Training, Coaching, Beratung | 01.09.2021

Homeoffice – ja oder nein? Teil 3 der Serie

Von Christiane Mahlich (ehem. Wittig)

3. Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser? 

Ein Grund, warum in manchen Unternehmen die Arbeit im Homeoffice immer noch nicht gern gesehen wird, ist oft das fehlende Vertrauen der Führungskräfte in das selbständige und verantwortungsvolle Arbeiten der Mitarbeiter. 
Deshalb ist es hilfreich, die Zielerreichung vor die Zeitmessung zu stellen. Vielleicht arbeitet der/die eine oder andere konzentrierter zu Hause an den Aufgaben und wird tatsächlich schneller fertig. Es werden in der Regel weniger Pausen gemacht und fehlerfreier gearbeitet. Daher spricht auch nichts dagegen, den Arbeitstag mal eine halbe Stunde früher zu beenden. 

 

Zielerreichung vor Zeitmessung 

Delegierte Aufgaben sollten immer mit einem konkreten Fertigstellungsdatum versehen werden. Die Aussage: „so schnell wie möglich“ ist erfahrungsgemäß zu vage. „Dienstag, 3.10.“ dagegen gibt eine klare Orientierung. 

  • Klare Zielformulierung – ergebnisorientiert 
  • Welche Maßnahmen sind erforderlich? 
  • Termin der Zielerreichung – Ziel wird dadurch messbar 


Arbeitsorganisation und Zeitplanung
 

Wer seine Aufgaben im Griff haben will, muss sich auch über die Zeit zur Erledigung im Klaren sein und diese einplanen. Am besten geht das z.B. mit Aufgaben in Outlook oder einem anderen System. Auch die Planung auf Papier ist möglich. Beispiel:  

  • Liste für Abrechnung erstellen                                      30 Minuten 
  • Ausarbeitung des Vortrags                                            60 Minuten 
  • Vorbereitung des Mitarbeitergesprächs                        45 Minuten 

Homeoffice – ja oder nein?

 


Eigenverantwortlich arbeiten
 

Im Homeoffice ist mehr denn je die Eigenverantwortlichkeit gefragt, denn man kann nicht jederzeit jemanden fragen, wird aber auch nicht ständig überwacht. 

Deshalb ist es wichtig, für seine Aufgaben Prioritäten zu setzen.  

A   sofort selbst erledigen 
B   einplanen 
C   hinterfragen (oft für andere wichtiger als für sie) 
D  delegieren 
 

Auch hier sollten die Aufgaben mit einer Zeitleiste versehen werden, um auskunftsfähig über den Erledigungszeitraum zu sein. 


Nein sagen
 

Nicht alle Aufgaben können Sie sofort oder im geforderten Zeitraum erledigen. Und manche fallen vielleicht gar nicht in Ihren Zuständigkeitsbereich. Dann ist es notwendig, auch mal Nein zu sagen. Das heißt aber nicht Arbeitsverweigerung, sondern …. 

  • Ja, mache ich gerne, ich komme aber erst nächsten Mittwoch dazu. 
  • Ja, mache ich gerne, hat es bis übernächste Woche Zeit? 
  • Momentan habe ich keine Zeit, aber vielleicht könnte jemand anderes die Aufgabe übernehmen. 
     

Selbstdisziplin 

Gerade bei der Arbeit im Homeoffice ist die Selbstdisziplin unabdingbar. Wer morgens nicht aus dem Bett kommt, muss vielleicht abends länger arbeiten. Das dämpft die Motivation und/oder führt zu Spannungen in der Familie. Geben Sie Ihrem Tag daher eine klare Struktur. 

  • Arbeitsbeginn festlegen als ob Sie in die Firma fahren 
  • Dazu gehört auch eine arbeitsmäßige Kleidung, auch wenn diese im Homeoffice etwas legerer ausfallen darf. 
  • Planen Sie Ihre Aufgaben für den nächsten Tag am besten am Abend vorher und zwar schriftlich. 
  • Definieren Sie auch ein Arbeitsende und machen die Tür Ihres Büros zu oder räumen Ihre Unterlagen weg. 

 

Sollten im Homeoffice doch einmal Probleme auftreten, etwa weil die Balance zwischen Beruf und Privatleben ins Wanken gerät, kann auch eine individuelle Unterstützung durch einen Coach hilfreich sein.

 

Über den Autor

Christiane Mahlich (ehemals Wittig) ist Expertin für Selbstmanagement, Arbeitsorganisation und Entschleunigung. Mit Seminaren und Coachings (auch telefonisch und online) unterstützt sie Menschen bei mehr Achtsamkeit für sich selbst und damit einer verbesserten Lebensqualität.