Marketing, Kommunikation, Vertrieb | 01.06.2021

Kamera an heißt: „Ich sehe Dich!“

5 Hacks für wirkungsvolle Körpersprache

Von Monika Matschnig

Bei der Körpersprache in Videos, Video-Calls oder -Konferenzen gibt es Verbesserungsbedarf. Mit einigen Kniffen, Tipps und Tricks haben Sie die Chance, hier zu punkten, denn auch in der virtuellen Welt ist die nonverbale Sprache der verbalen übergeordnet. Aber Achtung: Das heißt nicht, dass Inhalt keine Relevanz hat. Inhalt ist wichtig. Doch nur wenn Sie verbale und nonverbale Wirkungselemente optimal miteinander verbinden, werden Sie gesehen, gehört und auch verstanden. In diesem Beitrag erhalten Sie die wichtigsten Hacks sowie eine Checkliste, damit Sie bei Ihrem nächsten virtuellen Termin – egal ob digitale Konferenz, Video-Call oder Aufnahme – mit Ihrer Wirkung und Körpersprache punkten und überzeugen.  

 

5 Hacks für wirkungsvolle Körpersprache:  

 

Spielen Sie König*in 

Die Körperhaltung spielt eine große Rolle in der Körpersprache. Sie sendet Signale und erzeugt Wirkung. Ihr Ausdruck erzeugt beim Gegenüber einen Eindruck. Immer! In virtuellen Settings senden wir durch unsere Haltung immer eine bestimmte Botschaft. Doch gehen wir ins Detail: Sitzen Sie mit hängenden Schultern oder einem krummen Rücken vor Ihrer Webcam, senden Sie nonverbale Botschaften wie „Ich bin müde“ oder „Ich habe keine Energie“. Und mit der Zeit werden Sie sich auch entsprechend fühlen. Sitzen Sie jedoch mit geradem Rücken, dann signalisieren Sie „Ich bin wachsam, selbstbewusst und motiviert“. Auch wenn wir in einem virtuellen Meeting nur den Oberkörper sehen, ist es für Ihre Gesamtwirkung wichtig, dass Sie beide Beine fest auf den Boden stellen, Ihre Wirbelsäule aufrichten, die Schulterblätter Richtung Hosentaschen ziehen und sich eine imaginäre Krone auf den Kopf setzen. Kurzum: Spielen Sie König oder Königin! 

Kamera an heißt: „Ich sehe Dich!“

Der passende Bildausschnitt für Laptop und Webcam 

Schieben Sie den Laptop so weit weg, dass auch ein größerer Teil des Oberkörpers zu sehen ist. So nimmt man nicht jede unkontrollierte Zuckung in Ihrem Gesicht wahr, und trotzdem erzeugen Sie mehr Lebendigkeit durch mehr Sichtbarkeit Ihres Körpers. Ich empfehle sogar, den Laptop so weit wegzuschieben, dass man Ihre Arme sieht. So können Sie auch virtuell gezielt mit Gesten arbeiten und somit Botschaften verstärken oder Emotionen gezielt zum Ausdruck bringen. Testen Sie den Bildausschnitt mit Ihrer Laptopkamera oder der Webcam, damit Sie den passenden Abstand finden. 

Kamera an heißt: „Ich sehe Dich!“

Die Wirkung „unsichtbarer“ Gesten  

Bei Videokonferenzen liegt der Hauptfokus zuerst auf dem Gesicht, dann kommen die Arme. Ist der Bildausschnitt so gewählt, dass nur ein Teil des Oberkörpers zu sehen ist, vergessen wir meist, das Gesagte mit den Armen zu unterstreichen. Aber auch wenn die Zuseher Ihre Arme nicht sehen – gestikulieren Sie trotzdem! Denn Gesten haben eine ganzheitliche Wirkung auf Ihre Körpersprache. Indem Ihr Schulterbereich durch Gesten automatisch aktiviert wird, wirken Sie leidenschaftlicher und Ihre Stimme dynamischer. Allerdings sollten Sie Ihre Gestik dem Medium Video anpassen. Weniger ist hier definitiv mehr. Achten Sie in Videos darauf, dass Sie wenige und pointierte stehende Gesten ausführen. Faustregel: Pro Satz eine Geste! 

Kamera an heißt: „Ich sehe Dich!“

Der Blick – Nutzen Sie die Kamera 

Es ist irritierend, wenn Sie zu Menschen sprechen, die Sie nicht richtig sehen und keine Atmosphäre einer echten Begegnung spüren. Stattdessen sehen Sie sich bei Videokonferenzen auch noch selbst und müssen sich trotzdem darauf fokussieren, Kontakt aufzubauen, statt sich permanent selbst zu beobachten. Die wichtigste Regel: Schauen Sie zum richtigen Zeitpunkt in die Kamera, damit sich die Zuhörer angesprochen fühlen. Die goldene Regel der Kameranutzung lautet: Wann immer Sie eine entscheidende Aussage treffen, blicken Sie in diesem Moment unbedingt in die Kamera! Gibt es einen wichtigen Punkt, den Sie ansprechen, dann fokussieren Sie sich auf die Kamera, blicken Sie direkt in den schwarzen Punkt, dann werden sich die Teilnehmer auch direkt angesprochen fühlen.  

Kamera an heißt: „Ich sehe Dich!“

Schlechte Audioqualität ist dramatisch 

Versteht man Sie nicht gut, dann verlieren Sie die Aufmerksamkeit des Gesprächspartners in kürzester Zeit. Die Qualität der Kommunikation hängt wesentlich vom Ton ab und diese wiederum von den technischen Faktoren. Leichteste Schwankungen und Veränderungen werden sofort wahrgenommen. Je größer der Abstand zwischen Mikrofon und Sprecher ist, desto schlechter ist die Tonqualität. Es nehmen auch die Nebengeräusche zu. Reduzieren Sie den Hall. Gehen Sie in einen kleineren Raum oder nutzen Sie eine Mikrofon-Kopfhörer-Kombination. Zur Not hilft auch Dämmmaterial wie Kissen, Teppiche oder Schaumstoff. Bei Standmikrofonen und eingebauten Laptopmikrofonen muss auf das Bewegen von Gegenständen auf dem Tisch sowie das Tippen mit der Tastatur verzichtet werden, da hierbei entstehende Geräusche verstärkt übertragen werden.  

 

Eine überzeugende Wirkung gelingt auch auf digitalem Weg. Mit diesen einfachen und schnell umsetzbaren Tipps erzielen Sie schon eine gute Wirkung!  

 

 

Videochat-Knigge: 

 

  • Seien Sie überpünktlich, führen Sie 30 Minuten vorher einen Check durch. 
  • Ist der Raum ordentlich? Prüfen Sie den Hintergrund! 
  • Ist der Raum gut ausgeleuchtet? 
  • Prüfen Sie die Bildeinstellung und den Kamerawinkel. Ist die Kamera in Augenhöhe? 
  • Sieht man Sie gut auf dem Bildschirm? Stellen Sie sicher, dass man Ihren Kopf und Oberkörper sehen kann.  
  • Prüfen sie das Mikrofon und schalten Sie es stumm! 
  • Kleiden Sie sich angemessen. 
  • Essen oder kauen Sie während des Meetings nicht, auch wenn das Mikrofon auf stumm geschaltet ist. 
  • Halten Sie Blickkontakt. Kleben Sie ein Post-it über die Kamera. 
  • Blicken Sie freundlich. Lächeln Sie auch mal. 
  • Vermeiden Sie klackende laute Geräusch, die von Armbändern, Ringen, klopfenden Geräuschen oder Gläsern ausgelöst werden. 
  • Achten Sie auf Ihre Körpersprache. 
  • Schalten Sie Ihr Smartphone leise und legen Sie es beiseite. 

 

 

Über den Autor

Monika Matschnig lebt, was sie lehrt. Die ehemalige Leistungssportlerin und diplomierte Psychologin ist seit fast 20 Jahren mit ihrem Unternehmen „Wirkung. Immer. Überall.“ als führende Expertin für Körpersprache und Wirkungskompetenz international erfolgreich und wurde bereits vielfach ausgezeichnet. Ihre mitreißenden, maßgeschneiderten und interaktiven Vorträge, Seminare und Coachings begeistern Teilnehmer in Präsenzveranstaltungen oder remote. Sie überzeugt durch ihre Eloquenz, durch innovative Didaktik und nicht zuletzt durch fundiertes Fachwissen. Sie fungiert als Gastrednerin an mehreren Universitäten und ist gern gesehener Gast in TV-Talkrunden: Ihre pointierten Analysen von Prominenten, Politikern und Entscheidungsträgern werden geschätzt und zugleich gefürchtet. Zu Ihren Kunden zählen Unternehmen, Manager, Führungskräfte und alle, die ihre Wirkung verbessern müssen.