Persönliche Entwicklung, Karriere, Finanzen | 09.06.2021

Stimme bringt Stimmung: Tipps und Übungen für Redner

Von Bettina Schinko

Haben Sie schon einmal Ihre Stimme live gehört, im Raum? 

Wir alle kennen das befremdende Gefühl, wenn wir unsere Stimme in einer Voicemail hören. Huch, wer ist das denn? Bin das wirklich ich? 

Wir hören unsere Stimme über Innen und damit völlig anders als unsere Außenwelt. Eine einfache Übung, mit der sie sofort hören können, wie Ihre Stimme im Raum klingt, geht so: 

Stimme bringt Stimmung

Halten Sie Ihre beiden Hände mit den kleinen Fingern an die Ohren. Sprechen Sie jetzt laut: 

DAS IST MEINE STIMME IM RAUM. 

Wie hört sich das an? Jetzt haben Sie Ihre Stimme im Außen wahrgenommen. 

Stimmen verbinden. Mit Ihrer Stimme treten Sie in Kommunikation mit Ihrem Publikum. Doch Ihre Stimme zeigt mehr als nur den Inhalt Ihrer Gedanken, Ihre Stimme spiegelt Ihre Persönlichkeit:

Sind Sie nervös in Auftrittssituationen? 

Sind Sie schneller als Ihr Skript? 

Versuchen Sie mit Kraft Ihr Publikum zu beeindrucken? 

Man kann von innen nach außen und von außen nach innen arbeiten. So wie wir wissen, dass Powerposen uns souveräner machen, genauso unterstützt uns eine gutsitzende Stimme. Doch wie können Sie den Brustton der Überzeugung trainieren? Das hängt von Ihrem Atemtyp ab. Also davon, ob Sie die Kraft im Einatmen oder im Ausatmen haben. Wir alle atmen ein und aus, aber wir tun das unterschiedlich nachdrücklich. In meinem Buch Stimme und Persönlichkeit können Sie mit verschiedenen Übungen ausprobieren, in welchem Atemtyp Sie sich wohler fühlen. 

Eine wirkungsvolle Übung für beide Atemtypen ist die atemzwingende Übung:  

Stimme bringt Stimmung

Breiten Sie die Arme aus und atmen Sie dabei ein. Führen Sie dann die Hände vor dem Magen zusammen, drehen Sie die Handflächen zum Boden und führen Sie die Hände nach unten. Automatisch atmen Sie beim Öffnen der Arme ein und beim Nach-unten-Führen aus. Drehen Sie das einmal um – spüren Sie nach und machen Sie es wieder wie zuvor. 

Diese Übung beruhigt den Atem, macht Sie vor Präsentationen gelassener und bringt Sie in Ihre Mitte. 

Wenn es dann an die konkreten Inhalte geht, gibt Ihnen die Pocket-Rhetorik Struktur und Sicherheit. Gerade wenn Sie etwas ängstlich sind: Diese Methode hilft Ihnen, auch mit wenig Vorbereitungszeit einen überzeugenden Vortrag zu erstellen. Während die meisten Vorträge damit einsteigen, was in der Gegenwart zu tun ist, verfolgt die Pocket-Rhetorik einen anderen Ansatz. Sie nimmt das Auditorium gedanklich mit in die Zukunft: Alles ist bereits geschafft. Das Ziel ist erreicht – und es ist schön, groß und bunt. Indem Sie diese Vision enthusiastisch beschreiben, erreichen Sie Ihr Publikum emotional. Da schmeckt auch die womöglich bittere Pille der Umsetzung besser. Wenn Sie jetzt noch den Nutzen erläutern, haben Sie Ihre Zuhörer überzeugt und können Sie mit einem Schlussappell zum Handeln bringen. 

 

Über den Autor

Bettina Schinko (Berlin) leitet die "sprechbar in berlin". Sie hält Seminare und coacht Führungskräfte. Sie ist Speakerin (Speakers Excellence) und Moderatorin. Über zehn Jahre war Bettina Schinko als Schauspielerin an Theatern engagiert. Sie lehrte an der Schauspielakademie theakademie Sprechen und war fünf Jahre an der Schule des Sprechens in Wien. Außerdem hält sie Lehraufträge an der Hochschule Wismar („Body Language in Presentations“) und der HTWK Leipzig („Starke Stimmen – Starke Frauen“). An der Akademie Deutsche POP Berlin bildete sie Sprecher und Sprecherinnen für den Medienbereich aus.