Persönliche Entwicklung, Karriere, Finanzen | 25.05.2021

So konsumieren Sie weniger und bewusster

Von Philipp J. Müller

So konsumieren Sie weniger und bewusster

Im Jahr 1900 besaßen Menschen in der westlichen Welt durchschnittlich ungefähr 400 Dinge. Heute sind es um die 10.000 Dinge. Was für eine Zahl! Bei jedem Umzug merken wir, wie viele Dinge wir haben, die – wenn die Schränke erst einmal leergeräumt sind – unzählige Kisten und Umzugswagen füllen. Es gibt eine attraktive Idee, die dabei helfen kann, bewusster zu konsumieren und sich all des Überflüssigen zu entledigen, das unsere Schränke, Kommoden, Regale, Wohnungen, Keller und Dachgeschosse füllt. Wie wäre es, nur die Dinge zu behalten, die wir auch verwenden, anstatt all die Dinge zusätzlich aufzuheben, die wir nur besitzen, nicht aber benutzen? 

Technikgeräte, Kleidung, Essen, Kosmetik, Bücher, Einrichtungsgegenstände: Das meiste brauchen wir nur einige Zeit – wenn überhaupt – und dann wandert es zu der riesigen Menge an Dingen, die wir nicht nutzen, die eigentlich längst Müll sind. Müll, der unsere Umwelt schädigt. Müll, der entsorgt werden muss. Müll, der irgendwo landet, wo er nicht hingehört. Laut einer Studie von Greenpeace kaufen die Deutschen im Durchschnitt jährlich 60 neue Kleidungsstücke. Wenn wir nur das kaufen, was wir wirklich brauchen, also entweder häufig nutzen oder verbrauchen, wie Essen, und dann noch den Lebenszyklus der genutzten Gegenstände verlängern, schonen wir die Umwelt, sparen Ressourcen und natürlich riesige Summen Geld. 

Die wichtigste Frage bei einem Kaufwunsch lautet also, wie bereits beschrieben: Ist das wirklich nötig? Brauche ich das wirklich? Was man nicht braucht, muss man nicht kaufen. Punkt. Wenn diese Frage nicht so leicht zu entscheiden ist, kann man sich weitere Fragen stellen, etwa, ob man schon etwas Ähnliches besitzt, das man auch benutzen könnte. Oder auch, wie oft man das, was man kaufen will, benutzen würde. Nutzt frau ein Abendkleid zum Beispiel nur für ein oder zwei feierliche Anlässe im Jahr, könnte sie es sich ausleihen. Oft hilft die Vorstellung, dass das, was man kaufen möchte, zu Hause Platz wegnimmt. Dadurch vergeht die Lust am Kaufen meist sehr schnell. 

Es gibt tatsächlich eine Menge Alternativen zum Kaufen, die uns aber gar nicht so bewusst sind, weil wir ans Neukaufen gewöhnt sind: Nutzen, was man schon hat, ist die einfachste Möglichkeit, nicht zu konsumieren. Reparieren, wenn etwas kaputt ist, ausleihen, tauschen oder gebraucht kaufen sind weitere Möglichkeiten jenseits des klassischen Konsums neuer Dinge. Tausch- oder Second-Hand-Plattformen wie eBay haben heute dem Konsum teurer, neuer Dinge eine bequeme und gute Alternative zur Seite gestellt. Mit eBay kann man sowohl als Käufer als auch als Verkäufer riesige Geldsummen sparen bzw. verdienen. 

Eine weitere Hilfe für weniger Konsum ist zum Beispiel, die Gelegenheiten für Einkäufe zu reduzieren. Wenn wir nicht mehr durch die Innenstadt an den verlockenden Schaufenstern der Geschäfte vorbeischlendern oder gar nicht erst die Website aufrufen, auf der es das neue Gerät gibt, dann haben wir weniger Anlässe für Konsumwünsche. Es kann auch eine Hilfe sein, vor jedem Kauf 24 Stunden zu warten. Der Konsumwunsch flaut oft erstaunlich schnell ab, so wie auch der Wunsch nach Süßigkeiten schnell wieder verflogen ist, wenn man ihn aufschiebt. 

Online-Shopping

Du wirst sicher deine eigenen Strategien finden, die dir helfen, weniger Dinge zu kaufen, sodass du plötzlich genug Geld hast, das du Monat für Monat in deinen Spar-Topf einzahlen kannst – selbst wenn du vorher gedacht hast, kein Geld übrig zu haben. 

Zum Abschluss noch ein Gedanke, der dir vielleicht in Zukunft hilft, das Thema Konsum mit anderen Augen zu betrachten: Alle Dinge, die wir in unserem Leben anschaffen, brauchen Aufmerksamkeit und Energie. Wenn du dir zum Beispiel ein Auto zulegst, muss dieses gewartet werden, es muss betankt, gewaschen und gepflegt werden und du musst dich um Versicherung und Steuern kümmern. Genauso ist es bei allen materiellen Dingen. Sie brauchen Pflege und eine gewisse Aufmerksamkeit. 

Wir schaffen uns etwas an, verwenden es einige Male, und dann gerät es in den Hintergrund. Kennst du vielleicht auch das Gefühl, das dich dann von Zeit zu Zeit immer mal wieder beschleicht? Richtig, das schlechte Gewissen. Du hast Geld für etwas ausgegeben und nun denkst du, dass du das, was du gekauft hast, auch verwenden musst. Sonst hättest du das Geld schließlich sparen können. Ich kenne einige wohlhabende Menschen, die sich mittlerweile im Hamsterrad ihrer Spielzeuge befinden: Segelboot, Motorjacht, Flugzeug, Sportwagensammlung usw. Bitte tritt nicht in diese Falle und sei dir immer bewusst: 

Jede Anschaffung ist eine Verpflichtung. Auf jeden Fall eine materielle und sehr häufig auch eine energetische. 

 

Über den Autor

Philipp J. Müller ist Finanzmentor sowie Inhaber und Geschäftsführer der europaweit größten Finanzakademie »PJM Investment Akademie GmbH«, dem einzigen staatlich anerkannten Bildungsinstitut dieser Branche. Der Unternehmer beschäftigt sich seit seiner Jugend leidenschaftlich mit dem Thema Geld, ist vielfacher Einkommens- und Vermögensmillionär aus eigener Kraft und spendet hohe Summen. Er hat Jura studiert, als Quereinsteiger bei einer Bank gearbeitet und sich dann selbstständig gemacht mit verschiedenen Unternehmen in den Bereichen Anlage- und Investmentberatung, Versicherungen, Bau und Immobilienverwaltung. Er steht für ein hohes Wertebewusstsein, persönliche Reife und soziale Verantwortung im Zusammenhang mit Geld. Seine Mission: Er will möglichst vielen Menschen ein neues Geldwissen vermitteln, um sie aus dem finanziellen Hamsterrad zu befreien und zu Wohlstand zu führen – jenseits von oberflächlichem Reichtum mit selbstbezogenem Konsum. In seiner Akademie lehrt er die dafür notwendige Persönlichkeitsentwicklung und ein ausgereiftes System, wie man seine Finanzen selbst in die Hand nehmen und ein regelmäßiges Einkommen an der Börse generieren kann. So hat er in den letzten fünf Jahren zahlreiche Menschen in die finanzielle Freiheit geführt, ihnen ermöglicht, ihr volles Potenzial auszuschöpfen und einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Mittlerweile hat er viele tausend Teilnehmer geschult und es gibt mehr als 60 Trainingsgruppen in zahlreichen Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.