Persönliche Entwicklung, Karriere, Finanzen | 16.04.2021

Sparen – jetzt! Wie wir mit kleinen Beträgen viel erreichen

Von Philip J. Müller

„Vielleicht kennst du den Satz: »Bei der nächsten Gehaltserhöhung beginne ich zu sparen.« Oder: »Wenn das Haus abgezahlt ist, kann ich etwas zur Seite legen.« In einer Konsumgesellschaft ist es normal, sich zu kaufen, was man gern haben möchte. Unser ganzes Wirtschaftssystem basiert darauf. Wirtschaftliches Wachstum ist wesentlich vom Konsum der Menschen bestimmt. Solange das Geld dafür reicht, ist Konsum, also Kaufen, in Ordnung. Doch reicht das Geld wirklich, um sich einen größeren Flachbildschirm zu kaufen? Reicht es wirklich, um sich einen Audi A6 zu kaufen? Reicht es für den dreiwöchigen Urlaub auf Mauritius? Wofür und wie viel Geld wir ausgeben, ist keine leichte Entscheidung

Die Grundidee des Sparens ist einfach und einleuchtend:

Beim Sparen gibt man weniger aus, als man verdient, und spart die Differenz, um sie geschickt und gewinnbringend anzulegen und irgendwann davon leben zu können.

Vielleicht hast du schon mal den Begriff »Frugalismus« gehört. Im Kern ist es das, was ich auch empfehle. Jedoch nicht nur. Monetarisierung ist ebenso wichtig. Fürs Erste ist es jedoch ein entscheidender Gedanke, dass Sparen eine Abkürzung zu finanzieller Unabhängigkeit ist. Denn durch konsequentes Nicht-Ausgeben von Geld können wir zunehmend große Geldsummen ansammeln, die wir wiederum durch kluges Reinvestieren vermehren können.

Sparen

Wer seine Ausgaben geschickt optimiert, kann ein Drittel oder die Hälfte seines Einkommens oder sogar noch mehr sparen. So arbeitet dieses Geld für uns und erzeugt Einkünfte, zum Beispiel aus Verzinsung in einem Festgeldkonto, aus Mieteinnahmen, wenn man eine Immobilie zur Vermietung kauft, oder durch die Beteiligung an Unternehmensgewinnen durch Einnahmen aus Dividenden, also Gewinnausschüttungen der Unternehmen. Letzteres liegt dann nahe bei meinem System des Börsenhandelns, das eine hohe Rendite ermöglicht. Mit der Zeit kann man aus diesen zusätzlichen Einkünften ein regelmäßiges Einkommen generieren, das irgendwann den Großteil oder sogar alle Ausgaben deckt, sodass zum Beispiel im Alter, wenn man nicht mehr arbeiten möchte, genug Geld zum Leben da ist.

Eine grobe Faustregel für die finanzielle Unabhängigkeit geht vom 25-fachen der jährlichen Ausgaben aus: Wer mit 2000 Euro im Monat auskommt, braucht im Jahr 24.000 Euro und muss somit 600.000 Euro sparen und investieren.

Deshalb lautet die erste Frage: Wie viel Prozent deines Einkommens kannst du sparen? Bei der Antwort gibt es allerdings ziemlich viel Spielraum. Wenn du momentan immer nur gerade so hinkommst mit deinem Geld, muss sich etwas ändern, damit in Zukunft auf jeden Fall etwas übrigbleibt. Du solltest dich also auf die Suche nach Sparpotenzialen machen. Das beginnt bei offensichtlich überflüssigen Konsumkäufen wie der fünften Handtasche und endet bei einem total minimalistischen Lebensstil, dem eben erwähnten Frugalismus, bei dem man nur noch ein Kleidungsstück pro Jahr neu kauft und das meiste repariert, von anderen übernimmt oder eben komplett darauf verzichtet.

Die 5-Euro-Sparkiste

Die 5-Euro-Sparkiste

Einer meiner Teilnehmenden hat mir bei unserem Jahrestreffen der Akademiemitglieder erzählt, dass er in den anderthalb Jahren, seit er in meinem Seminar war, ungefähr 2000 Euro allein dadurch angespart hat, dass er alle 5-Euro-Scheine, die er im Laufe des Tages beim Bezahlen einsammelt, am Abend in eine Sparkiste wirft. Seine Frau legt auch ab und zu die kleinen Scheine dort hinein, der Teenager-Sohn ebenso. Mit diesem Geld sind die drei zur Bank gegangen und haben es auf ihr Sparkonto eingezahlt. Er hat es dann gewinnbringend investiert. Nun hatte er auch etwas Glück, so hat er in den letzten sieben Monaten 20 Prozent Gewinn gemacht. Statt 2000 Euro hat er nun 2400 Euro auf dem Investmentkonto.

Jetzt kannst du dir vielleicht vorstellen, wie das weitergehen könnte, selbst bei einer nicht ganz so hohen Rendite. Zusammen mit den weiterhin eintreffenden 5-Euro-Scheinen und den 10 Prozent, die er vom Einkommen auf das Sparen-Konto überweist (4000 Euro pro Jahr), kann er in drei Jahren bei einer jährlichen Rendite von rund 15 Prozent schon auf knapp 18.700 Euro kommen. Zum Vergleich: Bei 0 Prozent Zinsen auf dem Sparkonto wären es nur 14.400 Euro. Im weiteren Verlauf ergeben sich dann folgende Zahlen:

▪ 5. Jahr: ca. 34.000 Euro

▪ 10. Jahr: rund 97.500 Euro

▪ 20. Jahr: knapp 485.000 Euro

▪ 25. Jahr: fast auf den Cent 1.000.000 Euro

Wir sehen also sehr deutlich: Sparen mit gewinnbringenden Geldanlagen rentiert sich enorm, schon nach wenigen Jahren. Auch bei anfangs relativ geringen Beträgen.

Über den Autor

Philipp J. Müller ist Finanzmentor sowie Inhaber und Geschäftsführer der Finanzakademie »PJM Investment Akademie GmbH«, einem in Deutschland staatlich anerkannten Bildungsinstitut. Der Unternehmer beschäftigt sich seit seiner Jugend leidenschaftlich mit dem Thema Geld, ist vielfacher Einkommens- und Vermögensmillionär aus eigener Kraft und spendet hohe Summen. Er hat Jura studiert, als Quereinsteiger bei einer Bank gearbeitet und sich dann selbstständig gemacht mit verschiedenen Unternehmen in den Bereichen Anlage- und Investmentberatung, Versicherungen, Bau und Immobilienverwaltung.