Wirtschaft, Gesellschaft

Zwischen Freiheit und Verant­wor­tung: Wie viel Regu­lie­rung braucht das Internet?

herCAREER Podcast mit Dr. Katarina Barley, Prof. Dr. Jasmin Riedl, Theresia Crone und Daphne Auer

Der GABAL-Verlag ist Medienpartner der herCAREER Expo

In dieser Live-Aufnahme wird die Frage diskutiert, wie sich Europa gegen Hass, Desinformation und algorithmische Manipulation behaupten kann. Unter der Moderation von Andrea Rexer diskutieren vier Expertinnen über die Herausforderungen, Wünsche und Möglichkeiten eines digitalen Raums, der Demokratie fördert und Frauen schützt. Dr. Katarina Barley vertritt den Blickwinkel der EU, Prof. Dr. Jasmin Riedl berichtet als Politikwissenschaftlerin aus der Forschung, Theresia Crone ist Juristin in einer Kanzlei, die sich mit Rechtsextremismus und Demokratie befasst, und Daphne Auer bringt als Informatikerin und Repräsentantin des „Common Grounds Forum“ der Gesellschaft für Informatik e. V. die Stimme der jungen Generation ein.

Sie diskutieren, wie sich Europa gegen Hass, Desinformation und algorithmische Manipulation behaupten kann, und betonen, dass digitale Gewalt und kapitalistischer Lobbyismus nicht nur Frauenthemen, sondern Demokratieprobleme sind.

Der Beitrag wurde im Rahmen der herCAREER Expo 2025 aufgezeichnet und als Podcast aufbereitet.

[00:00:00] Katarina Barley: Es geht vor allen Dingen darum, dass die Plattformen eben Verantwortung übernehmen müssen für das, was auf ihnen passiert. Ich hatte mal Mark Zuckerberg in meinem Büro sitzen und damals hat er mir noch gesagt, er wolle eigentlich nicht diese Erregungsblase. Da ist er lange weg von.

[00:00:15] Theresia Crone: Meine Erfahrung ist einfach, dass aktuell der Rechtsstaat, so wie er ist, nicht gewappnet ist. Wir haben die beste Gesetzgebung der Welt, was Plattformregulierung angeht, aber wir setzen sie nicht um. Und das ist die Realität in Deutschland.

[00:00:40] Kristina Appel: Willkommen beim HerCareer Podcast. Du interessierst dich für aktuelle Diskurse aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft und das insbesondere aus einer weiblichen Perspektive? Vielleicht wünschst du dir persönliche Einblicke in den Arbeitsalltag von Menschen und Unternehmen, die sich dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel stellen? Dann bist du hier genau richtig. Meinungsfreiheit ist zentral in einer Demokratie. Das steht fest. Aber wie bilden wir eigentlich unsere Meinung? Mit Informationen aus dem digitalen Raum. In dieser Live-Aufnahme diskutieren vier Expertinnen aus Politik, Forschung, Rechtswesen und der Informatik darüber, wie sich Europa gegen Hass, Desinformation und algorithmische Manipulation behaupten kann. Unter der Moderation von Andrea Rexer sprechen Sie über Herausforderungen, Wünsche, und Möglichkeiten eines digitalen Raums, der Demokratie fördert und Frauen schützt.

[00:01:42] Andrea Rexer: Ich sage herzlich willkommen zu unserer spannenden Podiumsdiskussion. Ich freue mich. Wir diskutieren jetzt über das Thema „Zwischen Freiheit und Verantwortung: Wie viele Regulierung braucht das Internet?“ Mein Name ist Andrea Rexer. Ich leite die Kommunikation am Flughafen und war viele Jahre Journalistin. Neben mir steht Dr. Katarina Barley. Ihr kennt sie vermutlich alle. Sie ist Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und setzt sich ganz stark für Verbraucherschutz ein und die Wahrung der Grundrechte. Ihr kennt sie vielleicht auch als Justizministerin hier in Deutschland. Wir freuen uns sehr, dass sie heute hier sind, Frau Barley. Zu meiner Linken, Professor Riedl. Sie ist Expertin an der Bundeswehrhochschule hier in München und auch genau in diesem Thema Internet, Desinformation, wie beeinflusst sozusagen alles auf den sozialen Medien, die Demokratie, wie beeinflusst du das Wahlkämpfe. Ich freue mich, dass du hier bist, Jasmin, und deine Expertise beisteuerst.

[00:02:42] Jasmin Riedl: Danke für die Einladung.

[00:02:47] Andrea Rexer: Dann machen wir hier weiter, Theresia Crone, auch sie werden einige kennen, sie ist Aktivistin, sie hat ihre Arbeit bei Fridays for Future eingebracht und auch später durch ihre Initiative „endo silence“ sich einen Namen gemacht im Thema, wie digitale Plattformen für den gesellschaftlichen Wandel genutzt werden können. Deswegen freuen wir uns auch sehr, dass du uns dieses Panel bereicherst, Theresia. Und Daphne Auer, hier zu meiner Rechten, zu eurer Linken, sie ist Informatikerin und Expertin für digitale Souveränität, auch eines der großen Themen unserer Zeit, setzt sich im Common Grounds Forum für soziale und ökologisch nachhaltige dDgitalisierungspolitik ein und kämpft für Transparenz und Demokratisierung im Umgang mit Algorithmen. Wir freuen uns sehr, dass auch du heute das Panel bereicherst.

[00:03:38] Daphne Auer: Dankeschön.

[00:03:40] Andrea Rexer: Ich würde gerne mit einer kleinen Lagebeurteilung starten. Wie schaut es denn aus im Thema Hate Speech und Demokratie? Frau Barley, wie stark sehen Sie denn unsere Demokratie im Moment gefährdet durch Polarisierung, Desinformation, all das, was uns sozusagen das Internet auch an Schattenseiten mitbringt?

[00:04:01] Katarina Barley: Im europäischen Zusammenhang sage ich gerne, für mich ist das eigentlich das Thema Nummer eins. Für mich ist das fast noch wichtiger als dieses ganze Verteidigungsthema, was im Moment ja sehr präsent ist bei allen, weil die Frage, wie sich die digitale Welt entwickelt und wie wir uns schützen können in dieser digitalen Welt, die wird wirklich über alles entscheiden. Die wird darüber entscheiden, was wir wissen, was wir denken, wie wir miteinander kommunizieren, aber auch wie wir überhaupt leben. Und es wird es so verändern, dass wir das gar nicht merken. Das wissen wir jetzt schon. Man liest was im Netz und sagt, ja, das habe ich im Netz gelesen. Selbst diejenigen, die eigentlich kritisch sind, beziehen sich dann darauf. Und was im Netz passiert, das prägt uns. Deswegen kann der totale Gamechanger sein in beide Richtungen. Aber wir müssen da echt gut aufpassen.

[00:04:50] Andrea Rexer: Jasmin, wie guckst du drauf? Du hast ja auch viele Datensätze zur Verfügung, mit denen du ablesen kannst, wie die Lage ist. Wie würdest du den Wasserstand sozusagen in der Demokratie einschätzen?

[00:05:01] Jasmin Riedl: Mein Datenzugang ist vor allen Dingen Social Media. Ich forsche zu sozialen Medien. Deswegen, wenn du Internet sagst, ist immer meine digitale Brille auf die sozialen Medien. Es ist schon so, dass die Menschen sich informieren, kommunizieren, unterhalten werden wollen auf sozialen Medienplattformen. Aber je nachdem, wie jung oder alt die Menschen sind, auch durchaus ein politischer Sozialisationsraum zum Teil schon auch ist. Und wenn wir dann bedenken, dass Plattformbetreiber völlig andere logiken in kommunikative Machtverhältnisse hineinbringen. Wir haben einfach viel mehr negativen Inhalt, viel mehr gewaltvollen Inhalt online, als wir das, sag ich jetzt mal, in der Kneipe um die Ecke haben. Oder in der Familie am Esstisch. Auch da ist kommunikative Macht anders verteilt. Ja, das wissen wir. Der eine redet länger, der andere kürzer. Aber auf digitalen Plattformen ist es einfach so, dass die Plattformbetreiber eigene politische Interessen haben. Und wir haben vor 10, 15 Jahren die, ja, Diskursräume. Den Plattformbetreibern im Silicon Valley und sonst wo auf der Welt vor die Füße geworfen und gedacht, das sind ja alles total die netten Leute, die machen das, die haben ja gar keine unternehmerischen Interessen und die wollen ja gar nicht mit unserem Reizreaktionsschema hantieren. Also kurzum, es sieht nicht so toll aus, aber wir können ja auch handeln.

[00:06:18] Andrea Rexer: Absolut. Und dazu werden wir natürlich auch gleich kommen, wie man das durch Regulierung vielleicht eindämmen kann. Zuvor aber, Theresia, du bist ja eine Vertreterin einer Gruppe, die die sozialen Medien auch positiv genutzt hat und damit was in Gang gesetzt hat, was bewegt hat. Was können wir denn daraus lernen?

[00:06:35] Theresia Crone: Erstmal würde ich gerne sagen, ich habe gar keine Lust hier zu sein, weil eigentlich digitale Gewalt oder wie Demokratie im Internet stattfindet, ist gar nicht mein Herzensthema. Ich habe als Klimaaktivistin Demos organisiert, habe das geliebt und habe irgendwann gemerkt, ich kann das gar nicht mehr machen. Und weil meine Realität war, wenn ich im Internet über Klimaschutz geredet habe, habe ich nur noch Hass abbekommen. Ich habe alle Formen digitaler Gewalt erlebt, ich habe alle Verfahren, die man haben kann, durchgemacht. Ich habe in den letzten zwei Jahren bestimmt über 40 Strafanzeigen gestellt. Davon ist keine einzige bis heute jemals zu irgendwas gekommen. Ich muss regelmäßig mich mit Stalking auseinandersetzen oder mit Deepfakes von mir, die es im Internet gibt, um mich fertig zu machen. Und das ist eine Systematik heute. Wir wollen ja auch über Frauen reden, die Frauen einfach besonders betrifft im Internet. Frauen, die sich politisch einsetzen. Die sich einfach den Raum nehmen, am Diskurs teilzuhaben und ich glaube, das ist einfach wirklich auch ein Armutszeugnis für unsere Demokratie und das ist der Grund, warum ich hier bin, weil ich gemerkt habe, ich habe gar keine Chance, ich kann nicht mehr über die Themen reden, über die ich eigentlich reden möchte, weil dafür gar nicht der Diskursraum existiert. Genau, aber wir hatten damals die Idee vor der Europawahl 2024, weil wir eben das auch so wahrgenommen haben, dass wir gesagt haben, wir holen uns die digitalen Räume zurück, vor allem Tiktok, weil wir eben gesehen haben, dass vor allem auf Tiktok noch mal mehr Polarisierung stattfindet, mehr Extremismus und damit haben wir dann mit der Kampagne „Reclaim Tiktok“ es tatsächlich geschafft, viele demokratische Kräfte auch auf die auf Tiktok zurückzuholen. Also der damalige Bundeskanzler Scholz ist dann wegen unserer Kampagne auf die Plattform gekommen, Robert Habeck damals als Bundeswirtschaftsminister. Und auch sonst haben wir, glaube ich, ganz viele einfach normale Menschen aktiviert zu sagen, hey, es ist wichtig, dass man Gesichter sieht, die für Demokratie einstehen auf diesen Plattformen und dass wir die Hegemonie nicht der AfD oder anderen Extremisten, Islamisten überlassen.

[00:08:31] Andrea Rexer: Nehme ich jetzt gleich mal ganz rüber mit zu dir, Daphne. Du bist ja jemand, der sich gerade einsetzt für Transparenz im Internet, die viel mit Algorithmen auch arbeitet, mit Bildung über Algorithmen. Was können wir denn tun, um, wie Theresia sagt, uns diesen Raum wieder zurückzuholen? Was würdest du sagen?

[00:08:49] Daphne Auer: Also die Grundaussage, wo ich mir wünsche, dass alle, die heute zuhören, das von mir mitnehmen, ist, Technik können wir umprogrammieren, bis wir Mindsets wieder umprogrammiert haben dauert es Generationen. Und deswegen, also lange war ich der Auffassung, wir werden unseren Weg schon finden, wir probieren mal ein paar extrem aus und dann wird sich das einbalancieren. Aber uns wird gerade vorgeführt, was es bedeutet, wenn wir das zulassen. Und deswegen bin ich jetzt doch wieder im Modus: Lasst uns endlich noch mutiger sein und ein gutes, ein gesundes Online-Social-Media-Suchmaschinen, einfach einen Raum schaffen, der allen was Gutes tut. Genau, und das können wir bestimmen, denn Algorithmen sind ja einfach nur die Spielregeln, die wir setzen, die können wir programmieren. Und wenn wir sagen, in Social Media werden extreme Inhalte viel ausgespielt, dann passiert das. Solange auch die großen Unternehmen, ich glaube, die wissen selber, dass das allen nicht so gut tut, aber die müssen halt im Wettbewerb bestehen. Und solange wir denen nicht sagen, alle müssen sich daran halten, dass vielleicht, weiß nicht, drei extreme Inhalte pro Stunde angezeigt werden. Das ist alles menschengemacht, da haben wir noch eine Chance. Also ich habe einen Riesenrespekt davor, dass du dich klimapolitisch einsetzt, weil das ist so ein großes Thema und hier habe ich das Gefühl, hier können wir auf jeden Fall das noch viel besser kontrollieren und für uns definieren, wie wir uns die digitale Welt gestalten wollen.

[00:10:20] Andrea Rexer: Frau Dr. Barley, es ist ja nicht so, dass die EU nichts getan hätte. Es gibt ja eine Reihe von Regulierungsversuchen, sage ich jetzt mal. Wie erfolgreich, würden Sie sagen, ist das bisher gewesen? Und was muss man jetzt, was würden Sie sich wünschen als nächsten Step?

[00:10:34] Katarina Barley: Ja, also ganz grundsätzlich kann man sagen, die Europäische Union ist eigentlich der einzige Rechtsraum auf der Welt, der sich da wirklich drum kümmert. Weil natürlich die Geschäftsmodelle in den USA und auch in China, in Russland natürlich mal ganz grundsätzlich aus verschiedenen Gründen total andere sind. Und wir stehen ja auch sehr unter Druck deswegen. Also das, was wir bis jetzt gemacht haben, wird ja von Trump, Vance, Musk und so weiter massiv beschossen. Die versuchen, die Zölle zu instrumentalisieren, dass wir diese Gesetzgebung wieder zurücknehmen. Also wir haben mehrere Gesetze erlassen. Ich will da jetzt gar nicht unbedingt so auf die Einzelheiten eingehen, aber es geht vor allen Dingen darum, dass die Plattformen eben Verantwortung übernehmen müssen für das, was auf ihnen passiert. Nicht in dem Sinne, sobald da eine Sache passiert, die nicht erlaubt ist, bist du dran. Das werden wir nie verhindern können und wir wollen auch nicht so ein Ministerium der Wahrheit oder sowas haben, wo man den Daumen hebt oder senkt, sondern wir wollen, dass die Strukturen schaffen. Dass man findet, wenn was Illegales passiert, wenn Desinformationskampagnen passieren und wenn man es findet, dass sie es dann eben auch runternehmen müssen. Das ist eigentlich der wichtigste Punkt. Wir haben auch zur künstlichen Intelligenz was gemacht. Also Deepfakes wurden eben angesprochen. Ich weiß nicht, ob alle wissen, was das ist. Deepfakes sind Videos, die täuschend echt aussehen, aber es eben nicht sind, die mit künstlicher Intelligenz generiert worden sind und wo eben besonders häufig jetzt zum Beispiel in Pornos das Gesicht von Taylor Swift oder so rein montiert wird. Und das passiert mittlerweile ganz, ganz vielen, vor allen Dingen Frauen, das ist ganz richtig gesagt worden. Und da sagt halt die europäische Gesetzgebung, Deepfakes, Kulturfreiheit, bla, bla, bla, kann viele Gründe geben, aber man muss dann draufschreiben, dass: Dieses Video wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt. Wenn man das macht, dann ist ja die Gefahr im Grunde genommen weg. Also wenn man weiß, das ist eben nicht Taylor Swift, dann können das immer noch Leute irgendwie total geil finden, leider im wahrsten Sinne des Wortes, aber man weiß, das ist sie nicht. So, und das sind so bestimmte Sachen, die haben wir jetzt schon gemacht. Natürlich würde ich mir noch mehr wünschen und ich hoffe, dass auch noch mehr kommt. Was jetzt in der Pipeline ist, ist ein sogenannter Digitaler Fairness Act, also wo es um ganz, vor allen Dingen um das den Punkt geht, der mir so wichtig ist, um das süchtig Machen. Das macht ja süchtig, nicht nur junge Leute, sondern das passiert mir. Ich bin 56, ich kenne die Gefahren und ich habe Probleme, das Ding aus der Hand zu legen, wenn ich einmal dran bin. Und das wissen die Leute und da sind auch Mechanismen drin, warum man es nicht aus der Hand legt. Zum Beispiel man scrollt und die Videos fangen schon an zu laufen, obwohl man sie gar nicht angeklickt hat. Die saugen einen richtig rein. Nur ein Beispiel. Und da wollen wir auch noch ran, dass wir also für mehr Fairness im digitalen Raum sorgen mit ganz, ganz vielen Maßnahmen.

[00:13:26] Andrea Rexer: Theresia ich möchte noch mal auf den Punkt von dir zu sprechen kommen, den ich sehr bewegend fand, weil du sagst, du hast ganz viele juristische Maßnahmen eigentlich ergriffen und nichts hat gewirkt. Du bist selbst Juristin. Wie ist denn dein Blick auf unser Rechtssystem? Was muss sich ändern?

[00:13:40] Theresia Crone: Also ich hab Jura studiert, weil ich vom Rechtssystem überzeugt war, und jetzt bin ich’s nicht mehr. Und das klingt jetzt hart und ernüchternd, aber das ist eine Identitätskrise, die ich dann auch wirklich habe. Und wo ich auch ehrlich sein möchte, weil, also, es ist jetzt nicht so, dass ich sage, der Rechtsstaat ist komplett Quatsch oder so, aber meine Erfahrung ist einfach, dass aktuell der Rechtsstaat so wie er ist, nicht gewappnet ist, ja. Also, das beginnt damit: Als ich 17 war oder so, hatte ich das erste Mal einen Drohanruf, ja. Ich bin zur Polizei gegangen. Und bin dann zum Staatsschutz hochgeschickt worden und dann hat die Kommissarin mir gesagt, ne, aber sie sind doch viel zu jung, dass das politisch motiviert ist. Das kann gar nicht politisch motiviert sein, das war bestimmt ein Klassenkamerad von ihnen, der Ihnen einen Streich spielen wollte. Also wurde es nicht ernst genommen. Und das ist mir jedes Mal passiert, das passiert mir immer noch. Ich gehe zum Fachkommissariat für Cyberkriminalität und die fragen mich, ob ich bitte einen Screenshot erstellen kann, weil die es nicht können, weil die teilweise nicht mal das Know-how haben. Die Staatsanwaltschaften sind komplett unterbesetzt, haben auch oft nicht das fachliche Know-how, um Sachen, die im digitalen Raum zu passieren, zu verfolgen. Oder wenn, dann wird auch immer noch die Abwägung gemacht, digitale Gewalt und echte, also analoge Gewalt, und es wird immer noch so getan, als wäre das weniger schlimm. Deepfakes zum Beispiel sind oft nicht strafbar in Deutschland. Also, wie gesagt, von mir gibt es diese pornografischen generierten Bilder, die sind oft nur nach Urhebergesetz, also nur, weil meine Bildrechte verletzt wurden, nicht weil meine sexuelle Selbstbestimmung verletzt wurde, strafbar. Die werden oft eingestellt. Also wie oft ich schon bei Staatsanwaltschaften betteln musste, dass die Verfahren wieder aufnehmen, weil sie gesagt haben, wir konnten den Täter nicht identifizieren, ist jetzt aus. Anstatt dass man mal eine Nachfrage stellt, bei Google, bei Instagram, bei so… Die sind verpflichtet, diese Daten rauszugeben. Und wir haben einen super tollen Digital Services Act. Wir haben die beste Gesetzgebung der Welt, was Plattformregulierung angeht, aber wir setzen sie nicht um. Und das ist die Realität in Deutschland und das finde ich wirklich traurig, weil ich so viele Freundinnen habe, die sich deswegen aus der Politik zurückgezogen haben, aus der Kommunalpolitik. 50 Prozent der Deutschen trauen sich nicht mehr im Internet ihre Meinung zu äußern aus Angst vor Hass und digitaler Gewalt. 50 Prozent! Das heißt, die Hälfte von den Menschen in diesem Raum, wahrscheinlich mehr als die Hälfte, weil hier vor allem Frauen sind. Und das kann eigentlich keine Diskurskultur sein, die wir zulassen.

[00:16:02] Andrea Rexer: Jasmin, du guckst sehr genau auf dieses Phänomen, auch sehr genau in deiner Forschung. Wie ist deine Haltung dazu?

[00:16:08] Jasmin Riedl: Also zum einen kann ich all das bestätigen, was du jetzt auch ausgeführt hast. Also man sieht das im Kleinen qualitativ, im Einzelfall wie im Großen. Ich würde sagen, also erstens ist es so, dass Frauen häufiger, härter und drastischer angegriffen werden. Und das eine, was ich gerne auch noch ergänzen würde, wo du sagst, ja da wird immer auch noch differenziert zwischen digitaler und analoger physischer Gewalt, was wirklich völlig unterschätzt wird, gesamtgesellschaftlich und politisch und offenkundig auch strafrechtlich, wo ich nicht so drin bin, ist der Umstand, dass digitale Gewalt gegen Frauen unmittelbare psychische, emotionale und auch retraumatisierende Folgen hat. Was ich auch sehe, ich bin ja Politikwissenschaftlerin, das heißt ich schaue auch so ein bisschen auf Ideologien und Entwicklung in der Politik insgesamt und bei dieser Verschlechterung, sag ich jetzt mal, der Diskurskultur, der Konfliktfähigkeit des Informationsökosystems. Da ist es ganz zentral, dass man sich nicht nur eine Ebene anschaut. Was macht das jetzt mit der einen Politikerin oder dem einen Politiker? Oder was machen die Plattformen falsch? Oder was ist in der Gesellschaft? Weil es hängen so viele Dinge zusammen. Wir haben so eine Komplexität. Die macht es auch enorm schwer, das zu greifen, weil wir sehen, dass wir stärkere affektive Polarisierung haben. Die ist ideologisch geprägt. Da brauchen wir nicht drum herum reden. Das sind rechtsradikale und rechtsextreme Positionen, die wir vor allen Dingen bei der AfD sehen. Und die haben keine Lust auf Frauen. Die wollen nicht, dass Frauen aktiv sind und von denen, aus diesem Ökosystem wird das einfach total stark auch befördert, was du auch beschreibst jetzt in dem Fall. Und das ist das, was wir eben in den Daten immer, immer wieder sehen und was wirklich schrecklich ist. Vielleicht noch ein Punkt zum Digital Services Act. Wir haben wirklich viele gute Dinge dort an der Hand, aber wir sehen es, die USA, die Administration, die Plattformbetreiber, Elon Musk macht ganz proaktiv im Office Stimmung gegen den DSA, wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zu diesen Art von Phänomenen forschen, wir nennen das systemische Risiken, wir sind Teil eines Zensursystems in deren Logik. Es geht hier wirklich darum, die Deutungshoheit über das, was in der Welt passiert, zu verändern. Das ist etwas, was ich als Wissenschaftlerin erschreckend finde, aber auch als Frau und als Bürgerin.

[00:18:29] Andrea Rexer: Absolut. Frau Barley, kriegen Sie nicht manchmal Lust, mir geht es jetzt gerade so, wir schmeißen die einfach raus. Wir verbieten diese Plattform. Wir bauen unsere eigene und ziehen die hoch.

[00:18:39] Katarina Barley: Also wir bauen unsere eigene, da sind wir dran. Wir versuchen gerade wirklich, so ein European Media Grid, nennen wir das, aufzubauen. Das ist natürlich schwierig. Also wenn man das irgendwie von öffentlicher Seite aufbaut, ist es in der Regel nicht besonders sexy. Also das ist eigentlich nicht der Weg, sondern wir gucken, ob wir kleinere Plattformen haben, wo wir aufbauen können. Aber im Grunde genommen, selbst wenn wir das tun würden, wir haben ja bei Twitter zum Beispiel, was aus meiner Sicht das toxischste Medium bei Social Media ist, haben wir ja eine Alternative, die exakt genauso toll ist, nämlich Bluesky. Das sind die Leute, die Twitter mal aufgebaut haben, es dann verkauft haben an Elon Musk und dann gesagt haben, was der da draus macht, finden wir ganz schlimm und haben das quasi als eine B-Version nochmal hochgeladen. Es sieht genauso aus, es funktioniert genauso und da sind viel mehr vernünftige Leute drauf. Da ist viel weniger Hass, aber die Journeys, ja die Journalistinnen und die Politikerinnen und irgendwie alle sind noch auf Twitter. Ich verstehe das nicht. Warum nicht alle sagen, manche tun es, ich bin auch nicht mehr drauf, wir gehen jetzt mal alle von diesem wirklich Drecksmedium, das nur Desinformation und Hass ist, zu dem fast identischen, was genauso toll ist. Warum machen wir das nicht? Und ich kenne so viele gute, Mastodon gibt es noch, das ist viel zu kompliziert für viele, aber es gibt diese Alternativen, aber ich glaube, was wir unterschätzen, wenn wir es nur so anschauen, ist dieser Kick, den man eben kriegt, wenn da viel Emotion ist und die Leute wollen, also viele wollen gar nicht nur ganz vernünftig und so, sondern die wollen eben, dass es auch mal richtig knallt und da ist das Dilemma und da müssen wir, können wir nur über eine gewisse Regulation rein. Also ich hatte mal Mark Zuckerberg in meinem Büro sitzen, das ist jetzt viele Jahre her, da war ich noch Justizministerin. Und damals hat er mir noch gesagt, er wolle eigentlich nicht diese Erregungsblasen, weil dann seine Werbeleute das eigentlich gar nicht so gut finden, wenn da so viel Hate kommt. Das ist, wie gesagt, ein paar Jahre her. Und dann hat er gesagt, wir versuchen das jetzt zu verändern. Es gibt zwei, jetzt – sie ist die Algorithmen-Expertin – aber ich versuch’s mal in meinem Laiendeutsch. Es gibt im Wesentlichen zwei Bereiche, wo wir die Algorithmen festlegen, also die Regeln, was ausgespielt wird. Das eine ist, was liest du selber, was likest du, was teilst du, was gefällt dir? Und das Zweite ist, wer sind deine Freunde? Und da hat er mir gesagt, dass Facebook, also Meta heute, das Gewicht von „was likest du“ selber mehr hingeshiftet hat zu „wer sind deine Freunde“. Weil bei den Freunden ist ja nochmal deine Oma dabei und irgendwie Schulfreundinnen und keine Ahnung, die Bäckerin um die Ecke oder so. Also es ist viel breiter gestreut als was dir immer gefällt. Und möglichst hinzukriegen, dass die Bubble nicht so klein ist. Aber ich glaube, da ist er lange weg von. Also spätestens seit Trump II ist ja auch Zuckerberg und auch Musk voll auf der Linie. Ich will nur sagen, das geht ja. Aber wie gesagt, ich will jetzt nicht der Algorithmenforscherin da irgendwie was klauen. Aber man kann das ja machen, dass man es so gestaltet, dass die Erregungen eben nicht, dass die Währung ist, die zählt.

[00:21:53] Andrea Rexer: Liebe Daphne, wie ist dein Blick drauf? Können wir als Europa unsere eigene, erfolgreiche Plattform bauen? Da gehört ja mehr dazu, dass nur der Algorithmus… es müssen die Leute auch hinfinden, so wie bei Bluesky, wo sie halt noch nicht ausreichend da sind. Wie guckst du drauf?

[00:22:07] Daphne Auer: Also ich bin generell ein optimistischer Mensch. Ich sage, ja, das können wir, wenn genug Wille dahinter ist. Ich glaube, wir haben so viele kluge, kreative Menschen. Wenn es schön designed ist und Spaß macht zu nutzen und irgendwie mit Gamification und sowas. Wenn wir als Gesetzgebung sagen, das ist, tut nicht gut. Also beim Rauchen, alle wissen, Rauchen schadet. Aber das kann man auch erst umsetzen, aufhören zu rauchen, wenn nicht überall Raucherkneipen sind. Und also es braucht ja auch so einen Weg, um dieser Sucht wieder entgehen zu können und dass wir diese Schutzräume aufbauen, da bin ich eigen… also ich bin davon überzeugt, Punkt. Und eben, wie Sie sagen, das kann man steuern, wie diese Social-Media-Inhalte ausgespielt werden. Wir sind halt davon abhängig, wie diese Menschen, die das besitzen und steuern, sich das gerade wünschen. Bei dieser Frage, wartet man bis die Leute entscheiden, was sie wollen? Wir stellen einfach Alternativen zur Verfügung und wenn Sie möchten, dann wechseln Sie. Ich glaube, auf lange Sicht werden die Menschen schon wissen, was gesund ist, aber auf kurze Sicht und angesichts dessen, dass hier in ganz hohem Tempo auch mit KI ganz viel passiert, denke ich, dass Regulierung auf jeden Fall ein gerechtfertigtes Mittel ist.

[00:23:17] Andrea Rexer: Jasmin, du guckst ja stark auch auf Wahlkämpfe und soziale Medien und was sich da so entwickelt. Wenn man jetzt als Frau politisch aktiv werden will, auf was muss man achten?

[00:23:29] Jasmin Riedl: So traurig, wie es ist. Frauen müssen neben dem, dass sie häufig ja auch in dieser Gesellschaft noch die Care-Arbeit haben, nicht nur überlegen, kann ich das jetzt mit meiner Familie vereinbaren im Ehrenamt, weil viel politisches Engagement ist im Ehrenamt, sondern ertrage ich auch das, was du jetzt auch zum Beispiel auch berichtet hast, also inwiefern bin ich bereit, das auszuhalten, wenn man diese Entscheidung für sich getroffen hat und ich würde mir das wünschen, weil das, was wir jetzt hier den vergangenen 20 Minuten besprochen haben, ist ja eine unmittelbare Beschädigung von Demokratie, weil es beschädigt die freie Partizipation, den Willen und die Bereitschaft von Frauen, in der Politik oder auch sonst wie sich zu engagieren. Und Partizipation ist ja so ein zentrales Instrument. Also insofern würde ich mir wünschen, dass die Frauen über diesen Punkt hinüberkommen und sagen, ich beteilige mich. Der Punkt mit den digitalen Plattformen ist, dass man, egal ob man jetzt ein Mann ist oder eine Frau, als politisches Personal eine gewisse Sichtbarkeit auf den Plattformen haben muss, weil eben Menschen sich dort übermäßig auch in der Mehrheit informieren. Also die 19- bis 29-Jährigen zu 90 Prozent digital, aber die größte Steuerungsquote haben wir eigentlich bei den 50- bis 59-Jährigen aktuell. Also auch die, bei denen nimmt die digitale Nutzung und Informationsbeschaffung auch enorm zu. Also man kann nicht einfach sagen, ich habe da keinen Bock drauf, da mache ich nicht mit. Was kann man tun? Man braucht sozusagen Räume der Kommunikation, des Austausches, gemeinsame Strategien, wie man damit umgeht. Wenn man für sich selber vielleicht kein Personal direkt beschäftigen kann, das einem vielleicht so eine Vorfilterung macht und auch ein bisschen schaut, wie die Kommentierungen unter den digitalen Beiträgen sind. Vielleicht kann man sich zusammentun, in einem Netzwerk, wo man sagt, ok, wir beschäftigen zusammen eine Person oder ein kleines Team oder Volontäre, die sich dort mit engagieren können. Aber auch da wieder, es ist alles immer so ein bisschen so ein Tropfen auf dem heißen Stein. Also selbst wenn wir sagen, die digitalen Plattformen werden mehr an die Leine genommen. Es gibt mehr Regularien. Ich meine, in der Landwirtschaft darf auch nicht alles produziert und verkauft werden, was sie gerne wollen. Ja, also irgendwie, aber dann haben wir die Angriffe auf die Frauen noch nicht weg. Man braucht eigentlich grundsätzlichere Arbeit, die Frauen und auch insgesamt Engagement stärkt und die Aggression senkt. Und das darf nicht nur eine Aufgabe von Politikerinnen sein, sondern auch von Menschen jeden Geschlechts und gesamtgesellschaftlich.

[00:25:54] Andrea Rexer: Welches Thema spielt denn digitale Bildung? Ist das ein Instrument? Theresia, vielleicht die Frage zuerst an dich, die wir hier auch gerne diskutieren. Wie weit kann digitale Bildung an Schulen zum Beispiel Grundsteine legen, damit sich diese Diskussionskultur ändert?

[00:26:09] Theresia Crone: Ich glaube ja, es ist super gut, wenn wir in Schulen Medienkompetenz stärken, wenn zum Beispiel junge Menschen lernen, was ist KI, wie kann ich auch Quellen verifizieren und so weiter. Aber die ganze Debatte nervt mich immer ein bisschen, weil warum konzentrieren wir uns auf junge Menschen? Also, Entschuldigung, aber ja, okay, 20 Prozent der Tiktok-User sind 14 bis 18, 20 Prozent der TikTok-User sind über 60 und ganz ehrlich, wer sich Facebook-Gruppen anguckt, der weiß, dass Menschen über 60 vielleicht sogar mehr Probleme haben, KI zu erkennen, Manipulation, Desinformation zu erkennen und ich finde das eigentlich super tragisch, dass wir immer nur darauf gucken, Handyverbot an Schulen, ja oder nein. Also was ist das für eine Debatte, wenn bei „Hart aber Fair“ 45 Minuten dafür draufgehen, eine Frage, die in jeder Schule schon längst gelöst wurde, wo jede Schule schon längst eigene Dynamik hat, ja? Aber anstatt uns, dass wir uns mal fragen, wie können wir gesamtgesellschaftlich dafür sorgen, dass nicht nur Teenager in der Lage sind, KI zu erkennen, sondern jede Person, dass wir alle erkennen können, was ist russische Desinformation. Zum Beispiel, ich bin selbst darauf reingefallen, als es um Bettwanzen in Paris ging. Ich habe damals in Paris gelebt, dachte die ganze Zeit, oh mein Gott, Bettwanzen, ich kann mich nicht mehr hinsetzen auf dem Weg zur Uni. Ich beschäftige mich beruflich mit russischer Desinformation, habe es nicht gecheckt, ja. Und die Journalistinnen in Deutschland haben es auch nicht gecheckt. Also so, wie kann das sein, dass wir nur auf die Kinder und Jugendlichen gucken und nicht auf quasi die gesamte Gesellschaft, weil die Wählerinnen und Wähler, die Kinder und Jugendlichen sind doch der Bruchteil davon, ja. Die Leute, die die AfD wählen, sind vor allem Menschen zwischen 30 und 40, ja. Auch auf die müssen wir gucken. Also, wie können wir Medienbildung nicht nur an Schulen implementieren, wo es schon wahnsinnig viele Projekte gibt. Wie kann das in Unternehmen am Arbeitsplatz stattfinden? Wie kann das in der Nachbarschaft stattfinden? In der Kirche. Da, wo die Leute sind, ja.

[00:28:07] Andrea Rexer: Natürlich sind Jugendliche leichter zu kriegen, weil die sitzen schon mal in der Schule.

[00:28:10] Theresia Crone: Ja, aber sie sind auch ein bisschen bequem, oder? Die Diskussion.

[00:28:13] Andrea Rexer: Natürlich, natürlich. Aber sie sind auch sehr vulnerabel, ich habe selber Kinder und natürlich versucht man die Kinder, deren Gehirn sich in der Entwicklung befindet, nochmal besonders zu schützen. Aber Sie haben es ja eingangs auch gesagt, es ist ja ein Thema für alle. Auch Sie haben gesagt, es ist schwierig mit diesem Gerät, es macht es süchtig. Wie kommen wir denn da in eine große Bevölkerungsgruppe rein?

[00:28:32] Katarina Barley: Also wenn ich das jetzt mal im eigenen Interesse sagen darf, mir wäre total wichtig, dass diese Stimme, diese Meinung auch an die politischen Entscheidungsträger:innen herangebracht wird, weil bei diesem Digital Fairness Act, von dem ich gerade gesprochen habe, geht es immer nur um Kinder und Jugendliche und das hat was mit der Lobby zu tun, weil es geht natürlich, es geht ja nicht nur um Politik, es geht auch um Geld, also es geht auch um Konsum. Und da haben ganz viele, da ist jetzt nicht nur die Digital Tech Bros, sondern auch ganz andere Unternehmen, haben gar kein Interesse daran, dass man jetzt so ganz das alles so durchschaut und sich davon emanzipiert. Und da bin ich, da rede ich echt, da bin ich aber ziemlich alleine mit, deswegen bitte, bitte, bitte echt auch den Druck ausüben. Und ich finde aber trotzdem, Kinder und Jugendliche nochmal besonders in den Blick zu nehmen, ist wichtig, weil erstens, wie Sie schon sagten: Das Gehirn ist in der Entwicklung. Eine Frau von der Kommission hat bei einer Veranstaltung mal gesagt, mir haben meine Eltern gesagt, red nicht mit Fremden und geh nicht mit Fremden mit. Und wir drücken unseren Kindern jetzt diese Smartphones in die Hand, wo die digitalen mit allen möglichen Leuten mitgehen. Mit Pädokriminellen, mit aufdringlichen Vertretern, da ist ja alles drin. Ich finde schon, dass wir da bei jungen Menschen einen besonderen Fokus drauflegen müssen. Und die über 60-Jährigen, die meisten von denen konsumieren ja auch noch eine andere Art von Medien. Da gucken viel mehr nochmal die Tagesschau oder lesen noch eine Tageszeitung. Also sie haben noch so ein Korrektiv. Deswegen finde ich es schon gerechtfertigt, bei Kindern und Jugendlichen besonders drauf zu schauen. Aber wenn dieser Digital Fairness Act jetzt kommt, da muss gerade bei diesem Addictive Design, nennen wir das, also ein Design, das dafür bestimmt ist, süchtig zu machen. Da müssen wir ran, das ist unsere große Chance, weil wenn wir das knacken können, wenn wir das verbieten können, und wir wissen ja von Whistleblowern zum Beispiel, was das ist, wir wissen es von Studien, dass sie ganz genau das daraufhin erforschen, was ist das, dass man drin bleibt, wenn wir das untersagen können, solches Addictive Design, solches süchtig machende Design, da würden wir einen ganz, ganz großen Schritt tun können.

[00:30:44] Jasmin Riedl: Ich glaube, es gibt einen schleichendem Prozess, dass die Leute zunehmend schlechter darin sind, Machtverhältnisse zu erkennen, sowohl im Land als auch auf globaler Ebene und Konfliktfähigkeit zu verinnerlichen und das auch auszuhalten, dass die Positionen unterschiedlicher Art sind. Und ich glaube, das ist was, was man über alle Altersgruppen machen muss. Und wenn man immer auf die Jüngeren schaut, schaut man natürlich immer auf die Schulen, weil die so schnell greifbar sind, weil da hat man alle, egal in welcher Bildung, soziale Schichtung und so weiter. Aber es wird so abgewälzt auf die Lehrerinnen und Lehrer. Das ist das eine, was mir dann immer so ein bisschen weh tut. Und auf der anderen Seite, wir wissen tatsächlich viele ältere Menschen, die wissen gar nicht, dass sie zum Beispiel schadhaften Informationen ausgesetzt sind. Die nehmen gar nicht wahr, dass sie soziale Medien konsumieren. Wenn ich meine Oma frage, Oma, bist du auf Social Media? Sagt die nee. Sag ich, aber was ist denn mit deiner Whatsapp-Familiengruppe? Ja, stimmt. Und da ist es ganz besonders, dass Menschen, die älter sind, eher noch mal dem Glauben schenken, was in ihrem unmittelbaren Nahbereich ist. Und ich glaube, es ist wichtig, dass man die einfach auch mitnimmt bei diesen Gedanken, dass man sie aufschlaut darüber, dass es bestimmte Machtverhältnisse gibt und dass es schadhaftes, boshaftes Verhalten auf dieser Welt einfach gibt.

[00:32:02] Andrea Rexer: Daphne, du bist ja auch eine Expertin, hast dich viel engagiert schon in Sachen digitale Bildung. Wie ist dein Blick darauf?

[00:32:07] Daphne Auer: Was ich gerade sowieso schon anmerken wollte, war: Selbst Suchmaschinen sind nicht neutral. Und das zu begreifen, ist auch gar nicht so leicht. Also wenn wir sagen würden, bei Social Media, es werden nur zehn Beiträge angezeigt und dann sehen Sie nichts mehr, dann werden sie denken, was wird mir da verheimlicht, warum gerade das? Aber bei Suchmaschinen ist es ähnlich. Auch dort ist ein Ranking, die Leute gucken sich die ersten drei Ergebnisse maximal an. Und am Beispiel von der WM in Katar, da sind je Land die Platzierung der Menschenrechtsverletzungen an unterschiedlichen Stellen und teilweise auf Rankingposition 17, wo dann sowieso niemand draufschaut, je nach Land. Also auch das ist nicht neutral und das zu begreifen ist total schwierig. Es gibt zum Beispiel die Open Search Foundation, die macht schon für Leute, also für Kindergarten, Kinderbroschüren, damit sie das wissen, weil die sollten für das Alphabet, als sie in der Vorschule waren, für den Buchstaben G sagen, welches Wort ihnen einfällt und dann kam Google. Das heißt, das ist so präsent und ich schließe mich da total an. Also es braucht generationsübergreifend eine Bildung auf jeden Fall. Critical Thinking ist total wichtig, Fact Checking. Gleichzeitig, um die Diskussion noch ein bisschen zu erweitern, sehe ich die Gefahr, dass wir irgendwann sagen, boah, so viel soll ich jetzt hinterfragen. Jedes Mal muss ich jetzt überprüfen, ob irgendwas wahr ist oder nicht. Das ist mir zu viel. Ich glaube jetzt einfach nichts mehr. Ich höre auf das, was meine Nachbarin sagt. Und that’s it. Und das finde ich richtig schade. Also es ist so viel Überforderung, dass es Menschen egal ist. Es ist wie beim Datenschutz. Alle wissen, das ist nicht gut. Aber du bist halt ein Außenseiter, wenn du es nicht nutzt. Und ich hoffe, dass wir das sozusagen nicht auslagern auf die Bevölkerung, diese Verantwortung, sondern bei den Systemen sehen, dass es sicher ist, dass, wenn ich irgendwas gesehen habe, also gerade wird ja an einem Watermark gearbeitet, die Wasserzeichen für AI-generierte Bilder, Inhalte, Texte, also da gibt es technische Schwierigkeiten, das nachzuweisen. Vielleicht brauchen wir auch andersrum eine Seite, die verifiziert, dass es von einem Menschen generiert ist. Da sind wir sowieso in so einem agilen Prozess, wir gucken Stück für Stück, wie kann es vorangehen. Aber das ist immer ein Zwischenspiel zwischen Bildung und Technik.

[00:34:27] Katarina Barley: Ich wollte noch was sagen zu der Aussage „es gibt immer mehr Leute, die sagen, ich fühle mich so überfordert, ich konsumiere jetzt gar keine Nachrichten mehr“. Das ist mehr als schade. Das ist nämlich ein Ziel von diesen Leuten. Das ist nicht was, was dann einfach so passiert, sondern das ist genau, was die wollen. Das ist auch historisch belegt, wenn man sich in die 30er Jahre, wenn man da zurückgeht. Da gibt es, da gab es damals schon Leute, die sich damit beschäftigt haben. Spin-Doktoren würde man sie heute nennen, und die haben gesagt, dazu müssen wir die Leute bringen. Dass die eigentlich sagen, ach Politik, da ist mir alles zu anstrengend und die sind eh alle das Gleiche, das ist auch so ein Satz, ist eh alles das Gleiche. Wenn man die so weit hat, dann hat man eigentlich ein Volk, was diese autoritären Leute machen lässt, was sich nicht mehr wehrt, was auch sich nicht mehr schützend vor die stellt, die angegriffen werden. Und deswegen ist das so wichtig, in diesem Gespräch zu bleiben. Für mich als politisch aktive Person ist das total schwierig, weil diese Leute mit mir schon nicht mehr sprechen. Also für die bin ich ja schon irgendwie die Altpartei oder „die Politik“ oder für manche bin ich auch ein Avatar oder ein Echsenmensch oder was die da so alles für Fantasien haben. Ich komme, ich mache jetzt seit elf Jahren Politik als Beruf. Ich habe in diesen elf Jahren zweimal wirklich mit Leuten reden können, länger in Ruhe, die extremistisch wählen. Und das nur, weil ich da über private Zufälle, einer war ein Handwerker und einer war der Bruder von einem guten Freund. Ansonsten, die kommen nicht zu mir, wenn ich am Wahlkampfstand stehe. Ich sehe die, ich habe die ja nicht, ich kann ihnen das hier nicht ansehen. Ich kann mich mit denen nicht auseinandersetzen, weil sie die Auseinandersetzung mit mir meiden. Und deswegen ist das so wichtig, dass wir andere Räume finden und dass die gesamte Gesellschaft da auch eine Verantwortung sieht.

[00:36:13] Jasmin Riedl: Ich finde diesen Punkt ganz wichtig und zentral. Und wir haben die Menschen, die wir eigentlich erreichen wollen, sind die, die nicht so gerne erreicht werden wollen. Und deswegen ist es so wichtig, Räume, Orte und Personen zu finden, die Zugang erzeugen können. Ich bin der Überzeugung, dass es enorm wichtig ist, die kleinräumigen Gruppen zu stärken, in jeglicher Hinsicht. Freiwillige Feuerwehr, Katholische Landjugend. Name it. Also diejenigen, die in der Lage sind, Menschen zunächst aus einer unpolitischen Zusammenkunft, also wo es eben nicht um Ideologie, um Programmatik und Wahlintentionen geht, inhaltlich zusammenzuhalten, weil man ein gemeinsames Ziel, Interesse oder Leidenschaft hat. Und da ist eine Vertrauensbeziehung da. Und diese Menschen, die haben viel besser die Gelegenheit und Möglichkeit, dann auch mal doch, doch mal irgendwie was Politisches mitzudiskutieren, anzusprechen, und werden vielleicht auch eher geduldet in einer anderen Position, weil das ist ja ein Teil des Problems, dass die Gegenposition, die konträre Meinung zugleich eine feindselige, zu einer feindseligen stilisiert wird, wie Sie es jetzt gerade auch dargestellt haben. Und ich glaube, das kann man durch das Kleinräumige aufbrechen, also so zumindest meine Hoffnung.

[00:37:33] Andrea Rexer: Ich würde Sie jetzt gerne, Frau Dr. Barley nochmal fragen, wir haben ja schon eingangs gehört, wir haben eine super Regulierung, am Ende wird es nicht umgesetzt. Was würden Sie sich wünschen von uns allen, die wir ja eine Stimme haben, wie kriegen wir die Politik überzeugt, dass man mehr reinbuttern muss in die Umsetzung? Was würden Sie sich wünschen?

[00:37:52] Katarina Barley: Was wir tun können, ich glaube, das knüpft dann das an, was wir jetzt als Letztes gesagt haben. Ich teile das zu 100 Prozent. Wenn ich das mache, den Handwerker habe ich, glaube ich, wirklich überzeugt gehabt. Und dann haben wir den drei Wochen später zufällig vor dem Bahnhof bei uns in der Stadt nochmal getroffen und dann haben wir kurz geredet und dann ging es um die Wahlen, die kurz bevorstanden.Und er sagte, ja, aber wir leben ja in einer Scheindemokratie. Also das war alles wieder weg, ja. Deswegen stimmt das. Wir müssen die Menschen, die wir verlieren in der Demokratie, wirklich in diesen Nahräumen aufsuchen, auffangen. Das ist das, was jeder und jede tun kann. Nicht für eine einzelne Partei oder für eine Organisation, sondern wirklich so für diese Freiheit, die wir haben und für den Frieden auch, den wir haben. Wenn wir mehr Zeit hätten, dann würde ich Ihnen jetzt aus dem Europäischen Parlament ein paar Anekdoten erzählen, wohin das führt, wenn man Autokraten und Nationalisten da hat. Nämlich früher oder später knallen die alle gegeneinander. Ja, Marine Le Pen und Maximilian Krah, ich weiß nicht, wer es mitgekriegt hat, zwei Rechtsextreme. Die haben, die Marine Le Pen hat die AfD aus ihrer Fraktion rausgeschmissen, weil der Maximilian Krah gesagt hat, er findet die SS eigentlich gar nicht so schlecht, ja. Nationalisten knallen früher oder später aufeinander. Und wenn wir in ganz Europa oder auf der ganzen Welt nationalistische Regierungen haben werden, dann werden wir keinen Frieden mehr haben können. Das ist so sicher wie das Armen in der Kirche, weil das in der DNA liegt, dass sie gegeneinander kämpfen müssen. Und diese Errungenschaften, die wir haben, auch wenn sie abstrakt erscheinen, wieder wertzuschätzen, auch wenn Demokratie kompliziert ist und lange dauert und nicht so sexy ist wie ein flotter Spruch. Wenn Sie das alle vor Ort in Ihren sozialen Räumen, in Ihren Freundeskreisen, Familienvereinen sonst wo machen könnten, das wäre total super.

[00:39:40] Andrea Rexer: Dankeschön schon mal. Vielen Dank für dieses wunderbare Podium.

[00:40:03] Kristina Appel: Danke, dass du dabei warst. Wenn dir die Folge gefallen hat, schenk uns ein Like und empfehle uns weiter. Oder noch besser, abonniere gleich den Podcast. Und wenn du mehr über HerCareer erfahren möchtest, besuche uns im Web unter her-career.com und abonniere den Newsletter unter her-career.com/newsletter. So bleibst du informiert über neue Beiträge, Termine der HerCareer Academy, aktuelle Podcast-Episoden und Programm-Highlights der kommenden HerCareer Expo in München. Wir freuen uns sehr, wenn du Teil unserer Community wirst.

Über die Personen

Dr. Katarina Barley ist Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und Mitglied im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres. Bei den Europawahlen im Mai 2019 sowie Juni 2024 trat sie als Spitzenkandidatin ihrer Partei, der SPD, an. Zuvor war sie von 2013 bis 2019 Mitglied des Deutschen Bundestages und in dieser Zeit unter anderem SPD Generalsekretärin, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, geschäftsführende Bundesministerin für Arbeit und Soziales sowie Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. Vor ihrer Zeit in der Politik arbeitete die Juristin als Rechtsanwältin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesverfassungsgericht sowie als Richterin am Landgericht Trier und Amtsgericht Wittlich. Verbraucherschutz, soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie ein soziales Europa sind Kernthemen von Katarina Barleys Politik. Seit 2022 ist sie Präsidentin des Arbeiter-Samariter-Bundes Deutschland e. V. (ASB).

Prof. Dr. Jasmin Riedl ist Politikwissenschaftlerin an der Universität der Bundeswehr München mit einem Schwerpunkt auf politischer Kommunikation und digitaler Öffentlichkeit. Ein besonderer Fokus ihrer Forschung liegt auf der Frage, wie sich Politik und Gesellschaft unter den Bedingungen digitaler Plattformen verändert. Sie arbeitet zu Wahlkämpfen, Populismus, Desinformation, digitaler Gewalt und gesellschaftlicher Polarisierung. Ein zentrales Anliegen ist dabei nicht nur, solche Phänomene besser zu verstehen, sondern auch demokratiefördernde Dynamiken zu identifizieren: Wer und was sorgt in digitalen Öffentlichkeiten für Integration statt Spaltung? Und wie lässt sich wissenschaftlich fundiert auf antidemokratische Mobilisierung reagieren? Sie sagt: Wir brauchen eine digital wehrhafte Demokratie, denn der Zustand der Demokratie ist abhängig von der Demokratieverträglichkeit digitaler Medien. Deshalb muss das Wissen über die Gefahren für Präventionsmaßnahmen gegen Hass, digitale Gewalt, Rassismus und Antisemitismus genutzt werden. Jasmin leitet mehrere interdisziplinäre Forschungsprojekte zu diesen Fragen. Sie hat Forschungskooperationen mit Partnern aus Bundes- und Landesministerien, dem Bevölkerungsschutz, zivilgesellschaftlichen Organisationen und internationalen Forschungseinrichtungen. Ihre Arbeit verbindet klassische politikwissenschaftliche Analyse mit modernsten Verfahren aus der Informatik. Mit ihrem Team entwickelt sie bspw. KI-Modelle zur vollautomatisierten Analyse von Social-Media-Daten unterschiedlicher Plattformen. Darüber hinaus engagiert sie sich in der Wissenschaftskommunikation und Demokratiebildung, etwa mit Workshops für Schulen, Fortbildungen für Einsatzkräfte und Interviews in nationalen wie internationalen Medien.

Theresia Crone hat deutsches und französisches Recht studiert und arbeitet jetzt in einer Kanzlei zum Thema Demokratie und Rechtsextremismus. Sie ist Aktivistin und gründete die Initiative #EndEndoSilence, die mit über 140.000 Unterschriften 20 Millionen Euro für die Endometriose-Forschung erwirkte. Als Klimaaktivistin bei Fridays for Future und Expertin für digitale Kampagnen zeigt sie, wie Social Media für politischen Wandel genutzt werden kann.

Daphne Auer ist Informatikerin und setzt sich mit dem Common Grounds Forum für eine sozial und ökologisch nachhaltige Digitalisierungspolitik ein. Bis 2024 studierte sie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Informatik mit dem Schwerpunkt digitale Bildverarbeitung (Computer Vision) und Informationsabruf (Information Retrieval). In ihrer Forschung beschäftigte sie sich mit dem Informationsgehalt von weniger repräsentierten Datengruppen im Kontext von möglichst kleinen Trainingsdatensätzen und Modellaktualisierungen mit neu anfallenden Daten, sowie mit deren Einbindung in Suchmaschinenrankings. Mit dem Common Grounds Forum (CGF) begann 2023 ihr digitalpolitisches Engagement. Daphne Auer steht insbesondere für Selbstbestimmung im digitalen Raum ein, welche Transparenz und Verständlichkeit von Algorithmen voraussetzt und ein demokratisches und respektvolles Miteinander ermöglicht. Ihre Arbeit als Repräsentantin für die gemeinschaftlich erarbeiteten Forderungen der jungen Stimmen führte sie u.a. auf Digitalgipfel der Bundesregierung und in Kooperationen mit der Open Search Foundation und dem Hochschulforum Digitalisierung. Seit Mai 2025 ist sie im Leitungsgremium der Fachgruppe ‚Frauen und Informatik‘ der Gesellschaft für Informatik e.V..

Angaben zur Moderatorin

Andrea Rexer ist leidenschaftliche Kommunikatorin, Executive Coach und Podcast-Host. Seit 2025 leitet sie den Bereich Kommunikation & Politik am Flughafen München, zu dem auch der Besucherpark und die Markenführung gehört. Zuvor war sie Leiterin der Unternehmenskommunikation der HypoVereinsbank, einer Tochter der italienischen UniCredit. Ihr Herz schlägt für guten Journalismus. Jahrelang war arbeitete Andrea Rexer als Journalistin, zuletzt als Ressortleiterin Unternehmen und Märkte beim Handelsblatt. Für die Süddeutsche Zeitung berichtete sie in der Hochphase der Finanzkrise mehrere Jahre über die Welt der Finanzen aus dem Büro Frankfurt, wechselte dann in ihre Lieblingsstadt München und gestaltet mit viel Herzblut die Redaktion des Frauenwirtschaftsmagazins „PlanW“. Das Magazin hat sich zum Ziel gesetzt, Frauen sichtbar zu machen, die exzellent sind in dem, was sie tun und so zu Vorbildern für andere werden. Sie hat mehrere Journalistenpreise gewonnen, u.a. dem Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik. Mit dem renommierten Burns-Stipendium arbeitete sie 2014 drei Monate für die kanadische Online-Plattform „The Tyee“ in Vancouver. Nebenberuflich ist sie leidenschaftlich Mentorin für junge Talente uns sie hostet für die Wertekommission e.V. den Podcast „Werte und Leadership“, bei dem Persönlichkeiten aus allen gesellschaftlichen Bereichen über gelebte Werte sprechen und wann eine echte Haltung auch mal unbequem sein kann. Zudem moderiert sie Veranstaltungen in deutscher und englischer Sprache, war u.a. beim WebSummit in Lissabon, der weit größten Digitalkonferenz mit 60.000 Teilnehmern oder dem Wirtschaftsgipfel der SZ, dem Autogipfel des Handelsblatts auf der Bühne. Zudem war sie mehrfach Gast in TV-Talkshows.

Quelle der Erstveröffentlichung: www.her-CAREER.com

Bild:   GarryKillian / istockphoto.com