Management, Führung | 22.03.2021

Effektive Recruiting-Tools

Wie Sie als Arbeitgeber Social Media für das Recruiting effektiv nutzen


Da draußen gibt es genau die Top-Kandidaten, die Recruiter suchen. Der Haken: Viele von ihnen wissen vielleicht nicht, dass es Ihre Firma gibt und schon gar nicht, dass Sie vakante Stellen haben. Genau deshalb stellt André May in seinem Titel „30 Minuten Recruiting“ fünf effektive Recruiting-Tools vor. Social Media ist eins davon. Im Folgenden schauen wir uns dieses genauer an. Facebook, Instagram, LinkedIn und Co. sind schon lange nicht mehr aus dem Recruiting-Mix wegzudenken, genauso wenig wie aus dem Leben vieler potenzieller Bewerber der jungen Generationen Y und Z.


Social Media sinnvoll nutzen

Als Arbeitgeber sollten Sie deshalb auf allen gängigen Social-Media-Plattformen zu finden sein. Die Profile, die Sie dort erstellen und die dafür sorgen, dass Sie gefunden werden, sind in der Regel kostenlos. Sorgen Sie daher unbedingt für eine Präsenz Ihres Unternehmens. Die wichtigsten Plattformen, auf denen Sie als Arbeitgeber vertreten sein müssen, sind:

  • Google My Business: Die Nutzung von Google My Business ist kostenlos und Sie können ein Unternehmensprofil mit Bild, Text, Öffnungszeiten und einer Wegbeschreibung erstellen. Über dieses haben Ihre Kunden dort die Möglichkeit, Ihre Produkte oder Dienstleistungen zu bewerten.
  • Facebook: Die zweite Social-Media-Plattform, auf der Sie präsent sein sollten, ist Facebook. Auch dort können Sie eine kostenlose Firmenseite erstellen. Auf dieser Seite können Sie sich dann als attraktiver Arbeitgeber darstellen und sich richtig in Szene setzen.
  • Instagram: Das Gleiche gilt für die Plattform Instagram. Bauen Sie eine Seite auf und stellen Sie in regelmäßigen Abständen Fotos und kurze News ein. Aus Followern können auch hier neue Top-Mitarbeiter werden.
  • LinkedIn: LinkedIn gilt als Business-Variante von Facebook und ist mit seinen inzwischen 600 Millionen Nutzern weltweit eine wichtige Plattform für den Bewerbermarkt. Hier stellen sich Unternehmen und Fachkräfte vor, es werden wichtige Geschäftskontakte geknüpft und Jobs vergeben.
  • Xing: Natürlich ist auch Xing, das deutsche Pendant zum internationalen Netzwerk LinkedIn, als seriöse Plattform für die Arbeitswelt von großer Bedeutung. Hier können Sie ebenfalls neue Jobs anbieten, selbst Kontakte knüpfen oder geeignete Kandidaten suchen und ansprechen.

Nützliche Zusatzfunktionen

Neben der Möglichkeit, sich als Arbeitgeber auf den Social-Media-Plattformen zu präsentieren, bieten Ihnen einige Websites auch Funktionen, um Bewerber zu selektieren. Das geht zum Beispiel bei XING. Dort können Premium-Mitglieder die erweiterte Suche nutzen. Die Premium-Mitgliedschaft kostet zwar, das kann sich aber mitunter lohnen. Innerhalb dieser erweiterten Suche können Sie zum Beispiel die Position „heute“ und „vorher“, das Unternehmen „heute“ oder „vorher“, das gewünschte Tätigkeitsfeld, den Ort oder auch Sparten wie „Ich biete“, die Branche, eine Postleitzahl oder „Ich suche“ befüllen. Es stehen Ihnen also zahlreiche Suchfelder zur Verfügung und damit auch unterschiedliche Kriterien, die Sie für Ihre Suche nach Kandidaten heranziehen können.

Profile sorgsam erstellen

Recruiting Brille

Berücksichtigen Sie immer, dass das Profil, das Sie einstellen, Ihrem Bewerber gefallen muss. Gleichzeitig kann es natürlich auch darauf abzielen, Ihren Kunden zu gefallen, wenn Sie zum Beispiel über XING auf Kundenakquise gehen. Aus diesem Grund sollten Sie immer die Bewerber- bzw. die Kundenbrille aufsetzen, wenn Sie ein neues Profil kreieren.

 

Gruppen und Anzeigen nutzen

Bei einigen Plattformen haben Sie außerdem noch zwei weitere Möglichkeiten, mit potenziellen Bewerbern in Kontakt zu treten: die Nutzung von Gruppen und das Schalten von Anzeigen. Hier sollen diese Optionen am Beispiel von Facebook beschrieben werden.

Gruppen nutzen

Sie können in Facebook-Gruppen, die zum Beispiel den Schwerpunkt Personal haben und vielleicht einer konkreten, für Sie relevanten Stadt zugeordnet sind, eine Stellenanzeige kostenlos veröffentlichen. Oft sind in diesen Facebook-Gruppen mehrere Zehntausend potenzielle Kandidaten, die dann Ihre Anzeige sehen werden. Natürlich werden diese Kandidaten sich dann sofort auf Ihrer Facebook-Seite umsehen. Achten Sie daher auf Ihr positives und sorgsam gepflegtes Profil. Sonst könnte Ihnen ein Top-Kandidat durch die Lappen gehen.

Anzeigen schalten

Bei Facebook können Sie außerdem Werbeanzeigen schalten. Und diese Anzeigen können Sie äußerst genau „targetieren“. Das heißt, Sie können die Zielgruppe, die diese Anzeigen sehen wird, genau auswählen und eingrenzen, indem Sie die bestehenden Einstellungen hierfür nutzen. Mögliche Zielgruppeneinstellungen sind zum Beispiel „Alter“, „Ort“, „Interessen“ oder auch „Hobbys“. Des Weiteren können Sie zum Beispiel danach suchen, welche Firmenseiten der mögliche Kandidat bereits gelikt hat. Das kann beim Schalten von Anzeigen sehr hilfreich sein, um Kandidaten mit passenden Interessengebieten oder Wissensgebieten anzusprechen. Sie können sich auch daran orientieren, welche Jobbezeichnung Facebook-Nutzer eingegeben haben.

Durch diese klare Zielfokussierung wird die Anzeige nur einer ganz bestimmten Zielgruppe ausgespielt. Anders zum Beispiel bei einer Stellenanzeige in einer Tageszeitung. Hier sehen zwar viele Menschen die Anzeige, doch darunter sind viele, die für diese Position überhaupt nicht geeignet sind. Facebook-Anzeigen zielen hingegen sehr konkret auf Menschen, die zu der jeweiligen Position passen. Der Streuverlust Ihrer Anzeige ist dadurch sehr gering.

Facebook-Anzeigen als Unternehmenswerbung

Facebook-Anzeigen stellen für Sie darüber hinaus auch eine Möglichkeit dar, Ihre Facebook-Unternehmensseite zu bewerben und für potenzielle Bewerber in den Fokus zu rücken. Ein weiterer Facebook-Vorteil ist, dass durch Liken und Teilen Ihrer Anzeige auch passive Kandidaten erreicht werden können, die unter Umständen diese Anzeige sonst nicht gesehen hätten.

Tipp: Videoanzeige

Tipp Videoanzeige

Wenn Sie eine Facebook-Anzeige aufgeben möchten, rate ich Ihnen zu einer Videoanzeige, weil diese Anzeigenform deutlich besser konvertiert, als das zum Beispiel bei einem Foto oder bei reinem Text der Fall wäre. Beantworten Sie in einem ein- bis dreiminütigen Video die Frage, warum Sie der passende Arbeitgeber sind. Folgende Themen könnten als Antwort dienen:

  • Spaß im Team
  • Gutes Arbeitsklima
  • Flache Hierarchien
  • Flexible Arbeitszeiten


Dieses Video muss nicht unbedingt perfekt, sollte aber glaubwürdig sein. Es sollte Einblicke in den Arbeitsalltag geben. Überzeugend und besonders ansprechend kann dabei auch ein kurzes Interview mit den potenziellen zukünftigen Kollegen sein. Auch Bilder oder kurze Szenen vom zukünftigen Arbeitsplatz sind sehr sinnvoll.


Wie Social-Media-Recruiting funktioniert

Es gibt vier Punkte, die Sie beim Social-Media-Recruiting beachten müssen, um Erfolg zu haben:

  1. Gehen Sie dorthin, wo Ihre Zielgruppe ist.
    Setzen Sie auf die Kanäle, die für Ihre Zielgruppe relevant sind. Schauen Sie sich dazu also an, wo Ihre Zielgruppe unterwegs ist. Suchen Sie zum Beispiel einen neuen Vertriebler, dann könnte XING einer der Hauptkanäle für Ihr Recruiting sein.

  2. Betrachten Sie Ihre Profile durch die Bewerberbrille.

    Richten Sie ansprechende Firmenprofile auf den Social-Media-Plattformen ein. Gehen Sie immer von der Perspektive des Bewerbers aus:

    • Was möchte ein Bewerber gerne sehen?
    • Worüber möchte er sich als Erstes informieren können?
  1. Schalten Sie Videoanzeigen bei Facebook.
    Bei Facebook können Sie zielgerichtet Anzeigen schalten. Nutzen Sie dort Videoanzeigen. Im Vergleich zu anderen Recruiting-Kanälen ist diese Anzeigenform unschlagbar günstig. Und dadurch, dass sie im Moment noch von wenigen genutzt wird, haben Sie einen klaren Wettbewerbsvorteil. Sie machen dann nämlich mal wieder „alles anders als alle anderen“.
  1. Nutzen Sie Facebook-Gruppen.
    Nutzen Sie die kostenlosen Facebook-Gruppen für eine bestimmte Stadt oder ein bestimmtes Gebiet, um Ihre Stellenanzeigen zu posten, wenn Sie dort Bewerber generieren wollen.

 

André May, gelernter Bankkaufmann, machte sich bereits als 20-Jähriger in der Finanzdienstleistung selbstständig und arbeitete sich bis in die Führungsetage einer der führenden deutschen Privatbanken empor. Zu seinen beruflichen Stationen gehören namhafte Unternehmen wie die Deutsche Bank Privat und Geschäftskunden AG und die Postbank Finanzberatung AG. Heute ist André May selbst Unternehmer und gehört als zertifizierter IHK-Trainer sowie Professional Speaker GSA (SHB) zu den renommiertesten Speakern im Bereich Vertrieb. Als Recruiting-Experte zeigt er Führungskräften, Personalern und Geschäftsführern einen roten Faden für die erfolgreiche Gewinnung, gezielte Auswahl und langfristige Bindung der besten Talente im Unternehmen.