Persönliche Entwicklung, Karriere, Finanzen | 17.03.2021

Plädoyer für mehr Echtheit

von Steffen Ritter

Es gibt Menschen, die sich verstellen, die eine Rolle spielen, die einfach nicht echt sind. Es sind Menschen, die oft ihr wahres „Ich“ verhüllen. Sie umgeben sich zumeist mit einem von drei Mänteln.


Der erste Mantel ist die Arroganz. Überhebliche, arrogante Menschen sind unangenehme Gesellen. Sie halten sich für etwas Besseres. Arrogante Menschen sind sehr überzeugt von sich, treten betont selbstbewusst auf. Das muss ja erstmal gar nicht schlecht sein. Aber diese Menschen haben Bedarf, ihre angebliche Überlegenheit immer wieder herauszustellen, andere abzuwerten, klein zu machen, abschätzig über sie zu reden. Sie haben ein verzerrtes Bild von der Wirklichkeit, besonders von sich.

Maske

Verkleidung kann der zweite Mantel sein. Wer mit sich selbst nicht zufrieden ist, wer selbst nicht zu sich steht, hat manchmal Bedarf sich zu verkleiden. Dadurch verschleiern sie ihre eigene Ausstrahlung, werden zu jemand anderen. Verkleidete Menschen haben gegenüber den arroganten Menschen den Vorteil, dass sie die Abwertung anderer nicht brauchen, um sich selbst aufzuwerten. Sie machen das durch ihre Kostümierung allein.

Der dritte Mantel ist die große Show. „Showmaster“ sind häufig anzutreffen. Sie haben sich ein manchmal schier endloses, manchmal – durch fortlaufende Wiederholungen erkennbares – aber auch begrenztes Programm zugelegt, mit dem sie „auftreten“. Alles – außer sie selbst zu sein – kommt für sie in Frage. Auch hier der Vergleich zu den arroganten Typen: Die Showtypen sind deutlich angenehmer, weil sie genau wie die Verkleidungskünstler im angenehmeren Fall andere Menschen ebenfalls nicht runtermachen. Aber sie brauchen andere Menschen als ihr Publikum.

 

 

Nachteile des Verstellens

 

Alle drei Varianten sind wie schönes Geschenkpapier mit perfekter Schleife rund um das wenig selbstbewusste Präsent. Aber wehe dem, das Geschenk wird mal ausgepackt. Eine Verhüllung bietet nie sicheren Schutz. Stattdessen bringt sie eine Menge Nachteile.

 

 

  • Jedes Zusatzprogramm kostet Kraft.


Sich zu verstellen kostet zuallererst einmal Energie. Du bist nicht wie du bist. Insbesondere in Krisensituationen macht dich das sehr anfällig.

 

 

  • Kommunikation und Ausstrahlung sind nicht echt.

    Da du – etwas negativ formuliert – eine Rolle spielst, wirkst du deutlich weniger authentisch. Auch hier gilt wiederum leider: Du kannst nicht so sein, wie du bist. Du bist dadurch weniger authentisch. Unterschwellig bemerkt das dein Gegenüber. Dadurch kann deine Glaubwürdigkeit sinken. In „Vergleichssituationen“, egal ob im privaten oder im beruflichen Umfeld, macht jedoch gerade Echtheit oft den Unterschied.

 

 

  • Kritik prallt (leider) doch nicht ab.

    Die Maske, gleich in welcher Form sie aufgelegt wird, hat die Funktion eines Schutzpanzers. Die Kritik soll an deiner Fassade der Unangreifbarkeit abprallen. Tatsächlich nimmst du Kritik aber besonders an. Sie beweist dir leider vielmehr, dass du sicherheitshalber die Verkleidung brauchst.

 

Die Show großen Selbstbewusstseins kostet Kraft. Vor allem droht sie aufzufliegen. Es lohnt sich, am eigenen Selbstbewusstsein zu arbeiten. Es lohnt sich, echt zu sein. Wer sich damit beschäftigen möchte: Mein Buch Selbstbewusstsein gibt euch Infos, wie es „funktionieren kann“.