Persönliche Entwicklung, Karriere, Finanzen | 26.08.2021

Neue Serie: Mehr erreichen in Schule, Studium und Ausbildung - Teil 2

Teil 2: Eigenverantwortung

Von Brian Tracy 

Eigenverantwortung 

 

Eine Sache wird für deinen Erfolg in Schule und Studium wie auch in deinem ganzen späteren Leben entscheidender sein als alles andere, was du erlernen kannst. Diese Sache ist die Grundkompetenz aller erfolgreichen Menschen und ohne diese Kompetenz kannst du deine Ziele und Träume unmöglich verwirklichen. 

Es handelt sich dabei um die Fähigkeit, jederzeit die volle Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Als Oberstufenschüler, Azubi oder junger Student stehst du an einem Wendepunkt in deinem Leben. Bis vor Kurzem noch hatten deine Eltern weitgehend die Kontrolle über dein Leben. Sie entschieden, was du anziehst und isst und wo du hingehst. Sie achteten darauf, dass du rechtzeitig zur Schule kommst, deine Hausaufgaben erledigst und dass du das Fußballtraining oder den Musikunterricht nicht vergisst. 

Jetzt aber hast du den Punkt im Leben erreicht, an dem die Verantwortung für diese und viele andere Entscheidungen auf dich übergeht. Deine Fähigkeit, diese Verantwortung voll und ganz zu übernehmen, wird über deinen beruflichen und privaten Erfolg entscheiden. Eigenverantwortung und Selbstdisziplin sind der Schlüssel, um Großes zu erreichen – und beides liegt zu 100 Prozent in deiner Hand. 

 

Alles liegt bei dir 

 

Verantwortung zu übernehmen, wurde dir in deinem Leben eventuell bisher nur in negativem Zusammenhang vermittelt. Vielleicht haben dir deine Eltern als Kind eingeschärft, dass du Verantwortung für dein Handeln übernehmen musst, wenn du etwas getan hast, das – wie du mittlerweile weißt – falsch ist. Möglicherweise verbindest du unangenehme Vorstellungen mit diesen Momenten und hast das Gefühl, dass Verantwortung übernehmen praktisch eine Strafe darstellt. 

Aber so ist es absolut nicht! Ganz im Gegenteil: Verantwortung zu übernehmen ist in Wirklichkeit mit das Beste am Erwachsenwerden. Von nun an nämlich darfst du jede Entscheidung selbst treffen und für dich bestimmen, was du tust. Dein Leben und deine Entscheidungen liegen jetzt in deiner Verantwortung und du hast die Kontrolle über sie. Ist das nicht toll? 

Manche Dinge aber wirst du nie kontrollieren können. So hast du beispielsweise keine Kontrolle über das Wetter oder darüber, wie andere sich verhalten. Verantwortung übernehmen heißt, dass du dich weigerst, dich über Dinge zu ärgern oder aufzuregen, die sich deiner Kontrolle entziehen. Konzentriere dich vielmehr immer auf deine Reaktionen. Denn es sind deine Reaktionen, die du kontrollieren kannst. Ganz gleich, was dich im Leben noch alles erwartet – du hast die Wahl und kannst bei jeder einzelnen Sache selbst entscheiden, wie du darauf reagierst. 

Neue Serie: Mehr erreichen in Schule, Studium und Ausbildung - Teil 2

Nehmen wir ein Beispiel. Sicher wirst du für deinen Abschluss eine Reihe von Anforderungen erfüllen müssen, und es könnte sein, dass dir eine oder auch mehrere davon nicht zusagen. Reagierst du auf die Anforderungen in der Form, dass du sie ausblendest oder sehr wenig Aufwand betreibst, um sie zu erfüllen, wirst du entweder nicht bestehen oder einen schlechten Abschluss machen. Wenn du jedoch anders reagierst und für deine Leistungen komplett die Verantwortung übernimmst, wirst du mit besseren Noten abschließen. 

Die beste Methode im Umgang mit negativen Emotionen, die in dir aufsteigen können, wenn du mit einer Situation konfrontiert bist, die du nicht kontrollieren kannst, besteht darin, die negativen Gedanken durch positive zu ersetzen. Es ist neurowissenschaftlich erwiesen, dass Ärger, Zorn oder Wut keine Chance haben, wenn man die volle Verantwortung für sich übernimmt. Sage dir innerlich einfach immer wieder: »Ich bin selbst verantwortlich!«, und die negativen Gedanken werden sich verflüchtigen. Dies wird es dir ermöglichen, die Vorhaben, zu denen du dich entschließt, mit positiven Augen zu betrachten. 

»Ich bin selbst verantwortlich!« – wenn du diese Philosophie verinnerlichst, gibt es fast nichts, was du nicht erreichen kannst. 

 

Übernimm die Kontrolle über deine Ausbildung 

 

Du als junger Mensch, der dieses Buch liest, lebst in einer Zeit, wie es sie in der Bildungsgeschichte der Menschheit so noch nie gab. Die westliche (und speziell die amerikanische) Bildungslandschaft hat in den letzten 15 Jahren einschneidende Veränderungen erlebt. 

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Auch der beste Notenschnitt reicht teilweise nicht aus, um studieren zu können. Das betrifft Universitäten, aber vor allem Fachhochschulen mit Studiengängen z. B. im sozialen oder künstlerischen Bereich. Hier sind oft bestimmte Nachweise zu erbringen (z. B. absolvierte Praktika, eine Mappe mit gestalterischen Arbeitsproben), um sich überhaupt erst für einen Studienplatz zu bewerben. Ebenso sind Praktika während des Studiums förderlich und teils sogar notwendig, um nach dem Studium in bestimmten Bereichen (z. B. Unternehmensberatung) eine Chance auf Anstellung zu haben. Wenn du versuchst, all diese Aktivitäten in deinem Zeitplan unterzubringen, kann das ziemlich erdrückend sein – aber auch ausgesprochen spannend bzw. motivierend. Du weißt ja, es liegt alles in deiner Hand! 

Du bist selbst dafür verantwortlich, welche Aktivitäten du wählst, und du bist selbst dafür verantwortlich, wie du deine Zeit organisierst. Vielleicht willst du irgendeine bestimmte Herausforderung nicht angehen, oder du bist vielleicht so begeistert, dass du einfach jede Aktivität oder jede Möglichkeit, die dir geboten wird, für dich zu nutzen versuchst. Doch egal, wozu du dich auch entschließt, denk daran, dass die Wahl ganz allein bei dir liegt.  

Wenn du dich entscheidest, wie viel Zeit du für deine Hausaufgaben oder deine Seminararbeit verwendest und wie viel Zeit du mit Aktivitäten neben Schule bzw. Uni verbringst, setzt du das erste Mal selbstständig Prioritäten. Du musst lernen, deine Fristen, Ziele und Verpflichtungen einzuschätzen und eine Strategie zu entwickeln, die dich bei allem, was du unternimmst, sicher zum Erfolg führen wird. Die Kapitel in diesem Buch bieten dir genau dafür zahlreiche Tools. 

 

Weigere dich, andere verantwortlich zu machen 

 

Dass unsere Eltern alle Entscheidungen für uns treffen, führt bedauerlicherweise dazu, dass viele Menschen mit dem Gefühl aufwachsen, jemand anders sei dafür verantwortlich, wenn in ihrem Leben etwas schiefläuft. Sobald man jedoch ein bestimmtes Alter erreicht hat, stimmt das einfach nicht mehr. Das ist die Zeit, wenn du in die Lehre startest, in die Oberstufe kommst oder mit dem Studium beginnst. Das ist ein entscheidender Wendepunkt. 

Die Versuchung, äußere Faktoren verantwortlich zu machen, ist groß, vor allem auch, weil sie weit verbreitet ist. Du wirst erleben, dass viele Menschen um dich herum – deine Freunde (junge Menschen), aber auch Erwachsene – diese Angewohnheit haben. Das liegt daran, dass es viel einfacher ist, andere verantwortlich zu machen, als für sich selbst die volle Verantwortung zu übernehmen. Es ist bequem zu denken, jemand anders sei der Böse und man selbst das Opfer. 

So zu denken, führt unweigerlich in eine Spirale von Ausflüchten und Schuldgefühlen. Wenn du andere Menschen für deine Situation verantwortlich machst, kannst du unmöglich Eigenverantwortung übernehmen, und du gibst die Kontrolle über dich und deine Entscheidungen vollständig aus der Hand. Damit stehst du dir letztlich selbst im Weg. Du verhinderst nämlich, dass jeglicher Traum, den du für dich oder deine Zukunft hast, Wirklichkeit werden kann. 

Beschließe heute, nicht mehr andere oder äußere Umstände für dein Handeln verantwortlich zu machen. 

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Übernimm die Kontrolle über dein Leben 

 

Verantwortung zu übernehmen ist schwer und verlangt enorme Selbstdisziplin. Doch es lohnt sich – und wie! Du musst nämlich wissen, dass zwischen dem Maß an Verantwortung, die du übernimmst, und dem Maß an Kontrolle, die du über dein Leben hast, ein unmittelbarer Zusammenhang besteht. Das heißt: Je mehr Verantwortung du übernimmst, desto stärker wird sich das Gefühl bei dir einstellen, dein Leben selbst zu bestimmen.  

Dies wiederum hat Auswirkungen auf dein Lebensglück. Je mehr du das Gefühl hast, deinen Lebensweg selbst zu bestimmen, desto positiver und zufriedener wirst du werden. Eigenverantwortung ist der schnellste und direkteste Weg zu einem erfüllten, zufriedenen und glücklichen Leben. 

Denk daran, dir innerlich zu sagen: »Ich bin selbst verantwortlich!«, und wiederhole den Satz, wenn nötig, immer wieder, bis du ihn quasi verinnerlicht hast. So wirst du negative Gefühle, die es dir schwer machen, deinen Zielen näher zu kommen, viel leichter überwinden können. Wenn du die ganze Zeit hindurch die volle Verantwortung übernimmst und es dir zur Pflicht machst, die Tools in diesem Buch anzuwenden, wird dich nichts und niemand aufhalten! 

Über den Autor

Brian Tracy (Solana Beach, Kalifornien/USA) gilt als einer der besten Persönlichkeits- und Managementtrainer der Welt. Jährlich besuchen 350.000 Teilnehmer seine Seminare. Er ist Präsident eines Unternehmens mit über 350 Beratern und Trainern. Seine Bücher und Audioprogramme sind Bestseller und in 17 Sprachen und 38 Ländern erhältlich. Brian Tracy lebt in der Nähe von San Diego, Kalifornien, und hält regelmäßig Seminare und Vorträge in Europa, vorwiegend in Deutschland.