Training, Coaching, Beratung | 01.09.2021

Homeoffice – ja oder nein? Teil 1 der Serie

Von Christiane Mahlich (ehem. Wittig)

Homeoffice – ja oder nein? 

Mittlerweile ist das Arbeiten im Homeoffice aus dem beruflichen Alltag nicht mehr wegzudenken und wird uns auch in Zukunft begleiten. Was früher meist auf Freiwilligkeit beruhte, ist durch Corona oftmals zum Muss geworden.  
Aber auch wer die Arbeit im Homeoffice nicht mehr missen möchte, hat manchmal mit einigen Hürden zu kämpfen. Angefangen von der technischen Ausstattung über die räumlichen Gegebenheiten bis hin zu den familiären Umständen. Deshalb kann es durchaus hilfreich sein, zu überprüfen, ob die Arbeit im Homeoffice in der bestehenden Form die beste Lösung ist oder ob Änderungen vorgenommen werden sollten. In dieser und zwei weiteren Folgen unserer Serie finden Sie dafür einige hilfreiche Checklisten.  

1. Klarheit der eigenen Ziele und Möglichkeiten 

Die Gründe für das Arbeiten im Homeoffice sind vielfältig. Je genauer Sie sich über Ihre Beweggründe im Klaren sind, desto besser wird es gelingen.   

Warum wollen Sie im Homeoffice arbeiten?
 

  • Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf 
  • Mehr Zeit für den Hund haben 
  • Weniger Zeit für den Arbeitsweg aufbringen müssen 
  • Ungestörter arbeiten 
  • Andere Gründe 


Wie oft wollen Sie im Homeoffice arbeiten? 

  • Am liebsten immer 
  • Mehrere Tage in der Woche 
  • Einen Tag in der Woche 
  • Je nach Notwendigkeit 

 

Was sagt Ihre Familie dazu? 

  • Mein(e) PartnerIn arbeitet ebenfalls von zu Hause und würde es begrüßen. 
  • Meine Kinder wären froh darüber. 
  • Ich könnte eine/n Angehörigen besser pflegen. 
  • Ich müsste das erst mit der Familie besprechen. 
  • Ich bin Single und muss mich mit niemandem abstimmen. 

 

Chancen und Risiken 

Für viele bedeutet das Arbeiten von zu Hause aus die Chance für ein selbstbestimmteres und stressfreieres Arbeiten. Es birgt aber auch die Gefahr der eigenen Überforderung und des Gefühls, abgehängt zu sein von den Informationen im Unternehmen. 

  • Ich genieße es, mir meine Arbeit selbst einteilen zu können. 
  • Ich schaffe zu Hause in kürzerer Zeit viel mehr Aufgaben. 
  • Ich arbeite manchmal länger als im Büro. 
  • Ich habe das Gefühl, nicht mehr alle Informationen zu bekommen. 

Klärung der Rahmenbedingungen 

Nicht alle Arbeiten kann man von zu Hause aus erledigen. Manchmal braucht man Unterlagen, die nur im Büro verfügbar sind, manchmal ist die fehlende Technik ein Hinderungsgrund oder man muss sich mit Vorgesetzten und Kollegen vor Ort abstimmen. Und auch das eigene Selbstmanagement kann zur Stolperfalle werden. Dies gilt es, genau in Augenschein zu nehmen. 

  • Welche Papierunterlagen kann ich problemlos mit nach Hause nehmen? 
  • Gibt es eine Möglichkeit, die Unterlagen elektronisch abzurufen und zu bearbeiten? 
  • Muss ich ab und zu Präsenztage z.B. für Besprechungen vor Ort einplanen? 
  • Wie kann ich meine technische Ausstattung so ausbauen, dass ich zu Hause damit gut arbeiten kann? 
  • Wo kann ich mir einen ruhigen Arbeitsplatz in der Wohnung einrichten? 
  • Bin ich diszipliniert genug um meine Arbeiten eigenständig und fristgerecht zu erledigen? 

 

Homeoffice – ja oder nein?


Selbstmanagement bei der Arbeit im Homeoffice
 

Wer bereits selbständig arbeitet und gewohnt ist, seine Zeit selbst einzuteilen, wird wahrscheinlich weniger Probleme haben, dies auch im Homeoffice zu tun und sein Arbeitspensum zu schaffen. Wer oft unter Stress gerät bei der Erledigung seiner Aufgaben, sollte überlegen, ob die Arbeit von zu Hause eine gute Wahl ist. Vielleicht genügen einige Tage pro Woche/Monat, um entspannt und konzentriert zu arbeiten, und die andere Zeit kann vor Ort produktiver genutzt werden. 

  • Ich kann mir meine Zeit sehr gut einteilen, ohne in Stress zu geraten. 
  • Ich kann mich gut motivieren, um meine Aufgaben fristgerecht zu erledigen. 
  • Ich kann gut Nein sagen. 
  • Ich arbeite oft länger als ich müsste, weil ich mich oft ablenke/ablenken lasse. 
  • Ich kann meine Aufgaben nicht gut planen und gerate oft unter Zeitdruck. 

Abstimmung mit dem Arbeitgeber 

Es besteht keine Pflicht des Arbeitgebers, die Arbeit im Homeoffice zu gestatten. Er sollte also damit einverstanden sein. Evtl. empfiehlt sich die Einschaltung des Betriebsrates als Vermittler. 

  • Welche Absprachen müssen mit dem Arbeitgeber getroffen werden? 
  • Wie sollen/müssen die Kollegen eingebunden werden? 
  • Wie oft wollen/können Sie von zu Hause aus arbeiten? 

    - Immer 

    - An festgelegten Tagen in der Woche 

    - Nach Bedarf 

  • Welche rechtlichen Vorgaben gibt es? 
  • Wie bin ich im Homeoffice versichert? 
  • Wie kann der Datenschutz eingehalten werden? 

Hier geht es zum zweiten Teil der Serie.

Über den Autor

Christiane Wittig ist gelernte Werbekauffrau und seit 1990 erfolgreich als Trainerin und Coach tätig. Nach verschiedenen Führungspositionen in München wagte die gebürtige Berlinerin den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete die Agentur wws weiterbildung – seminare+coaching. Als Expertin für Selbstmanagement und Entschleunigung unterstützt sie Unternehmen bei der Optimierung ihrer Arbeitsorganisation und Zeitkompetenz und berät ArbeitnehmerInnen im Homeoffice vor Ort oder mittels Coaching am Telefon bei ihren individuellen Anforderungen.