Management, Führung | 09.04.2021

Die 13 Vertrauensregeln

Aus "Schnelligkeit durch Vertrauen" von Stephen M.R. Covey

„Aus problematischen Situationen, in die wir uns durch unser Verhalten selbst hineinmanövriert haben, können wir uns nicht durch Reden befreien.“
Stephen R. Covey
 „Das stimmt, aber wir können uns durch unser Verhalten aus problematischen Situationen befreien, in die wir uns durch unser Verhalten gebracht haben … oft sogar schneller, als wir glauben.“
Stephen M.R. Covey

 

Die 13 Vertrauensregeln helfen uns, Worte und Verhalten in Einklang zu bringen. Sicher halten auch Sie sich bereits an einen Teil dieser Regeln und bekommen dafür auch schon Vertrauensdividenden. Wahrscheinlich gibt es aber auch die eine oder andere Regel, die Sie noch nicht einhalten, sodass Sie hier Vertrauenssteuern zahlen müssen.


1. Vertrauensregel: Ehrlich sein

Seien Sie ehrlich. Sagen Sie die Wahrheit. Lassen Sie die anderen wissen, wo Sie stehen. Drücken Sie sich klar aus und nennen Sie die Dinge beim Namen. Manipulieren Sie niemanden, verzerren Sie keine Fakten. Erzählen Sie keine Halbwahrheiten. Achten Sie darauf, Missverständnisse zu vermeiden.

2. Vertrauensregel: Respekt zeigen

Nehmen Sie andere wirklich wichtig – und zeigen Sie ihnen das auch. Respektieren Sie die Würde jedes Einzelnen. Behandeln Sie alle mit Respekt, auch diejenigen, die nichts für Sie tun können. Denken Sie daran, dass gerade Kleinigkeiten einen großen Vertrauensbonus schaffen. Täuschen Sie keine Fürsorge vor und versuchen Sie nicht, Menschen gegenüber »effizient« zu sein.

3. Vertrauensregel: Transparenz schaffen

Sagen Sie die Wahrheit, und zwar so, dass die Leute das nachvollziehen und überprüfen können. Seien Sie ehrlich und authentisch – lieber zu offen als nicht offen genug. Handeln Sie nach der Devise: »Sie bekommen das, was Sie sehen!« Verzichten Sie auf versteckte Agenden und verheimlichen Sie keine wichtigen Informationen.

4. Vertrauensregel: Fehler wiedergutmachen

Entschuldigen Sie sich umgehend, wenn Sie im Unrecht sind. Machen Sie Ihre Fehler wieder gut, wann immer es möglich ist. Zeigen Sie persönliche Bescheidenheit. Vertuschen Sie nichts. Lassen Sie nicht zu, dass Ihr Stolz Sie daran hindert, das Richtige zu tun.

5. Vertrauensregel: Loyal sein

Seien Sie großzügig mit Lob. Erkennen Sie die Leistungen aller an. Reden Sie immer so über andere, als wären sie anwesend. Treten Sie für diejenigen ein, die abwesend sind und sich nicht verteidigen können. Lästern Sie nicht hinter deren Rücken über andere. Und geben Sie nichts weiter, was Ihnen anvertraut wurde.

6. Vertrauensregel: Ergebnisse liefern

Sorgen Sie dafür, dass Sie möglichst gute Ergebnisse vorweisen können. Zeigen Sie Engagement! Tun Sie das, was man von Ihnen erwartet. Halten Sie sich an den Zeitplan und das Budget. Versprechen Sie nicht zu viel und liefern Sie nicht zu wenig. Und suchen Sie keine Ausreden, um die angekündigten Ergebnisse dann doch nicht liefern zu müssen.

7. Vertrauensregel: Sich verbessern

Verbessern Sie sich kontinuierlich. Arbeiten Sie daran, Ihre Fähigkeiten auszubauen. Lernen Sie unermüdlich. Entwickeln Sie Feedbacksysteme. Richten Sie Ihr Handeln nach dem Feedback, das Sie bekommen. Bedanken Sie sich bei anderen für ihr Feedback. Und gehen Sie nie davon aus, dass das Wissen und die Fertigkeiten von heute für die Herausforderungen von morgen ausreichen werden.

8. Vertrauensregel: Sich der Realität stellen

Befassen Sie sich direkt mit schwierigen Dingen. Sprechen  Sie alles an, was bisher nicht gesagt wurde. Übernehmen Sie bei den Gesprächen mutig die Führung. Drücken Sie sich nicht davor, die wahren Probleme anzugehen. Stecken Sie den Kopf nicht in den Sand!

9. Vertrauensregel: Erwartungen klären

Sprechen Sie immer offen über Erwartungen. Verhandeln Sie noch einmal darüber, falls es nötig und möglich ist. Missachten Sie keine Erwartungen. Gehen Sie nicht einfach davon aus, dass allen die Erwartungen klar sind.

10. Vertrauensregel: Verantwortung übernehmen

Tragen Sie selbst Verantwortung und nehmen Sie auch andere in die Pflicht. Stehen Sie zu Ihrer Verantwortung für die Ergebnisse. Klären Sie, wie Sie sich über Ihre eigenen Leistungen und über die Leistungen der anderen verständigen können. Drücken Sie sich nicht vor Ihrer Verantwortung: Wenn etwas schiefgeht, dann schieben Sie die Schuld nicht einfach den anderen in die Schuhe!

11. Vertrauensregel: Erst zuhören

Hören Sie immer erst zu, bevor Sie sprechen. Finden Sie heraus, was dem anderen besonders wichtig ist. Glauben Sie nicht einfach, dass Sie das bereits wissen! Verstehen Sie den anderen wirklich. Fragen Sie, was er sich wünscht und worüber er sich Sorgen macht. Hören Sie nicht   nur mit den Ohren, sondern auch mit den Augen und dem Herzen zu.

12. Vertrauensregel: Versprechen halten

Sagen Sie, was Sie tun wollen, und machen Sie es dann auch! Seien Sie vorsichtig, wenn Sie anderen ein Versprechen geben. Achten Sie darauf, dass Ihre Versprechen realistisch und sinnvoll sind! Betrachten Sie es als Ehrensache, Ihre Versprechen zu halten. Begehen Sie keine Vertrauensbrüche. Versuchen Sie nicht, sich herauszureden, wenn Sie eine Verpflichtung nicht eingehalten haben.

13. Vertrauensregel: Anderen Vertrauen schenken

Denken Sie daran, wie wichtig es ist, anderen zu vertrauen. Schenken Sie Ihr Vertrauen denjenigen, die es verdienen. Lernen Sie, wie man sein Vertrauen je nach Situation, Risiko und Glaubwürdigkeit der Beteiligten angemessen ausdehnt. Seien Sie grundsätzlich immer bereit,  anderen zu vertrauen.

Covey Vertrauen 2




Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über alle 13 Vertrauensregeln, einschließlich des jeweiligen Gegenteils und der Vortäuschung. So sehen Sie sofort, wie man sich verhalten sollte, um großes Vertrauen zu gewinnen.

Stephen M.R. Covey

Stephen M. R. Covey ist Mitbegründer und CEO von CoveyLink Worldwide und leitet den globalen Beratungsbereich „Speed of Trust" bei FranklinCovey. Er ist ein brillanter, gefragter Keynote-Speaker und Berater in den Bereichen Vertrauen, Führung, Ethik und High-Performance.